Papst auf Lampedusa:"Wer ist verantwortlich?"

Sie sind ertrunken oder verdurstet. Papst Franziskus hat während seiner Reise nach Lampedusa der Flüchtlinge gedacht, die bei der Überquerung des Mittelmeeres den Tod gefunden haben. Das Oberhaupt der katholischen Kirche übt Kritik an der Politik.

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Sie sind ertrunken oder verdurstet. Papst Franziskus hat während seiner Reise nach Lampedusa der Flüchtlinge gedacht, die bei der Überquerung des Mittelmeeres den Tod gefunden haben. Das Oberhaupt der katholischen Kirche übt Kritik an der Politik.  Bevor Papst Franziskus in Lampedusa eintrifft, kommen die Flüchtlinge: Nur Stunden vor dessen Besuch erreicht ein Boot mit 166 Asylsuchenden an Bord die 20 Quadratkilometer große Insel.

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Gleichzeitig werden auf einem Sportplatz der Insel die letzten Vorbereitungen für den Papstbesuch getroffen. Rechts steht der Altar, an dem Franziskus später die Messe abhält - er ist aus Treibholz geschnitzt, in Form eines Schiffes.

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Sein Vorgänger Papst Benedikt XVI. war reiste nach seinem Amtsantritt zum Weltjugendtag in Köln gereist und hatte sich dort von den Gläubigen feiern lassen. Franziskus hat sich für seine erste Auslandsreise ein vergleichsweise schwieriges Ziel ausgesucht: Lampedusa ist nicht nur eine kleine Insel irgendwo zwischen Italien und Afrika. Sie ist für zahllose Menschen ein Tor nach Europa - und als solches zum Symbol für den Umgang mit Flüchtlingen geworden. Kurz nach seiner Ankunft fuhr Papst Franziskus auf einem Boot aufs Meer hinaus, um einen Kranz ins Wasser zu werfen.

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Mit dieser Geste will Papst Franziskus an die vielen Menschen erinnern, die in den vergangenen drei Jahrzehnten bei der Überquerung des Mittelmeeres in Richtung Europa gestorben sind. Schätzungen zufolge sind dabei mindestens 20.000 Menschen ertrunken oder verdurstet.

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Fischer begleiten das Boot des Papstes aufs offene Meer hinaus und nach der Zeremonie zur Insel Lampedusa zurück.

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Vor der Küste von Lampedusa schwenken gläubige Jetski-Fahrer die Flagge des Vatikans.

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Papst Franziskus besucht auf Lampedusa die Kirche San Gerlando.

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Auf dem Weg zur Messe wird Franziskus von den Gläubigen bejubelt. 

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Doch eigentlich ist er gekommen, um der ertrunkenen Flüchtlinge zu gedenken. Während seines Besuchs fordert er ein Ende der Gleichgültigkeit. Im Anschluss an die Bibelgeschichte von Kain und Abel stellt der Papst bei einer Messe mit 10.000 Flüchtlingen und Einheimischen die Frage: "Wer ist verantwortlich für das Blut dieser Brüder und Schwestern? Niemand! Wir alle antworten so: Nicht ich, ich habe damit nichts zu tun, das sind andere, aber nicht ich." In der Hand trägt er ein Kreuz, das aus Treibholz geschnitzt ist.

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Genau wie dieser Kelch.

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Franziskus kritisiert in seiner Rede das Desinteresse der Welt. Er spricht von einer "Globalisierung der Gleichgültigkeit" am Schicksal der unzähligen Menschen, die auf der Flucht nach Europa ihr Leben verloren: "Wir sehen den halbtoten Bruder am Straßenrand und denken vielleicht 'der Arme!', und gehen weiter unseres Weges, weil es nicht unsere Aufgabe ist; und wir glauben, dass alles in Ordnung sei." Indirekt appellierte Franziskus auch an die Politik: "Wir bitten dich, Vater, um Verzeihung für diejenigen, die mit ihren Entscheidungen auf höchster Ebene Situationen wie dieses Drama hier geschaffen haben."

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Und auch in dem weiteren Programm wird der Standpunkt des Pontifex deutlich: Er trifft sich mit 50 jüngst auf Lampedusa angekommenen Flüchtlingen - nicht aber mit Politikern oder kirchlichen Würdenträgern.

© Süddeutsche.de/Reuters/AFP/leja/anri - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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