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Panorama kompakt:Mutter unter Totschlagsverdacht

Die Potsdamer Polizei sucht einen toten Säugling, die Nadeln im Körper eines Jungen waren ein "Liebeszauber" und in Bulgarien fliegt eine Entführerbande auf.

Mutter unter Totschlagsverdacht

Blaulicht, dpa

Mit Hilfe von Tauchern und Leichenspürhunden suchte die Potsdamer Polizei nach einer Babyleiche.

(Foto: Foto: dpa)

In Potsdam steht eine Frau unter Verdacht, ihr Neugeborenes getötet zu haben. Ein Leichnam konnte jedoch bisher nicht gefunden wurde. Die Frau habe sich am vergangenen Dienstag mit akuten Beschwerden in ein Potsdamer Krankenhaus begeben. Dort sei festgestellt worden, dass sie kurz zuvor entbunden hatte, teilten Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium der brandenburgischen Landeshauptstadt mit.

Einem Arzt gegenüber habe sie erklärt, dass ihr Kind Ende November tot zur Welt gekommen sei. Sie habe es dann im Bereich der Potsdamer Freundschaftsinsel abgelegt. Mit Hilfe der Wasserschutzpolizei, Tauchern, Leichenspürhunden und der Bereitschaftspolizei wurde daraufhin nach der Babyleiche gesucht. Die Frau musste den Angaben zufolge "intensiv medizinisch behandelt" werden.

Die Staatsanwaltschaft Potsdam und Kriminalpolizei Potsdam ermittelten wegen des Verdachts des Totschlags, hieß es.

Nähnadeln als "Liebeszauber" in brasilianischen Jungen gestochen

Die 42 Nadeln, die ein Mann in Brasilien in einen zweijährigen Jungen gestochen hat, waren eine Art "Liebeszauber". Wie der festgenommene Stiefvater des Jungen der Polizei sagte, erklärte ihm seine Freundin unter Trance, er müsse die Nadeln in den Jungen hineinstoßen, damit sie beide zusammenbleiben könnten. Die Freundin habe die Nähnadeln zuvor von einer Frau, die den afro-brasilianischen Kult Candomble praktiziert, "segnen" lassen, sagte ein Ermittler der brasilianischen Polizei.

Große Entführer-Bande in Bulgarien aufgeflogen

Die bulgarische Polizei hat einen berüchtigten Entführer-Ring zerschlagen. Die Beamten nahmen 25 Menschen fest, die für zwölf Entführungen in dem Balkanland verantwortlich seien. Das sagte Innenminister Zwetan Zwetanow am Freitag einem privaten TV-Sender in Sofia. Bei der groß angelegten Aktion unter dem Codenamen "Die Frechen" seien zudem in der Umgebung der Hauptstadt drei Häuser mit Spezialzellen geräumt worden. Dort sollen die Kidnapper ihre Opfer festgehalten haben. Der Minister erwartet Haftstrafen für die Entführer von bis zu 15 Jahren.

Skateboarder tödlich verletzt - Todesfahrer in U-Haft

Knapp eine Woche nachdem er in Frankfurt einen 14-jährigen Skater tödlich verletzt und Unfallflucht begangen hat, sitzt der Fahrer des Unfallautos nun in Untersuchungshaft. Der 25-Jährige hat sich am Freitagmorgen den Ermittlern gestellt, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Doris Möller-Scheu, mitteilte.

Der 25-Jährige hatte den Jungen auf einem Gehweg im Frankfurter Stadtteil Rödelheim am 12. Dezember mit dem Mercedes seines Vaters angefahren und tödlich verletzt. Eine Passantin entdeckte den Wagen später in Frankfurt-Ginnheim. Als Halter wurde der Vater des Unfallflüchtigen, ein Frankfurter Geschäftsmann, ermittelt. Der Sohn war unterdessen untergetaucht.

Der 25-Jährige steht noch unter Bewährung: Er war in Gießen wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes in Tateinheit mit erpresserischem Menschenraub in drei Fällen zu einer hohen Jugendstrafe verurteilt worden.

Katalanen stimmen für Verbot von Stierkämpfen

Das Regionalparlament von Katalonien hat für ein Verbot von Stierkämpfen in der Region im Nordosten Spaniens gestimmt. Die Abgeordneten votierten in Barcelona mit 67 zu 59 Stimmen bei drei Enthaltungen für die Annahme eines Volksbegehrens zur Untersagung von Stierkämpfen. Damit das Verbot wirksam werden kann, muss das Gesuch nun noch von den Ausschüssen des Parlaments in einen Gesetzestext umgewandelt und den Abgeordneten erneut zur Abstimmung vorgelegt werden.

Dreieinhalb Jahre Haft für Nestlé-Erpresser

Er wollte den Lebensmittelkonzern Nestlé mit vergifteter Babynahrung erpressen. Dafür muss ein 51 Jahre alte Versicherungsmakler nun für dreieinhalb Jahre in Haft, wie das Landgericht Frankfurt urteilte. Zudem musste der Mann seinen Führerschein abgeben, weil er betrunken zu der Geldübergabe gefahren war.

Vor Gericht legte der verheiratete Familienvater ein umfassendes Geständnis ab. Das Motiv für die Erpressung erklärte er mit dem finanziellen Debakel, in das er als selbstständiger Makler gekommen sei.

Dutzende Schlachthof-Mitarbeiter verletzt

Bei einem Betriebsunfall mit einem noch unbekannten Gas in Essen, Kreis Cloppenburg, sollen mindestens 38 Arbeiter verletzt worden sein.

100 Feuerwehrleute, 80 Sanitäter und zahlreiche Polizisten rückten am Morgen zu einem Großeinsatz auf dem Schlachthof aus. Die Verletzten klagten über Übelkeit und wurden mit Rettungswagen in Krankenhäuser gebracht. Bis auf einen Mitarbeiter seien jedoch inzwischen alle wieder entlassen, sagte ein Polizeisprecher.

In der Halle hielten sich zum Zeitpunkt des Vorfalls etwa 150 Arbeiter aus Osteuropa auf. "Es soll sich eine Gaswolke gebildet haben", berichtete der Sprecher. Arbeiter, die die belastete Luft einatmeten, hätten danach einen Brechreiz verspürt. Spezialisten der Polizei und die Gewerbeaufsicht untersuchten am Vormittag das Gelände des Schlachtbetriebs und nahmen Proben. Eine defekte Gasleitung konnte ausgeschlossen werden. Nachdem Messungen in der Halle schließlich unbedenkliche Werte ergeben hatten, wurde der Betrieb wieder freigegeben.