SZ-Kolumne "Bester Dinge":Ich wollt, ich wär ein Panda

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(Foto: SAM YEH/AFP)

Forscher haben herausgefunden, wie Pandas trotz ihrer einseitigen Ernährung mit Bambus überleben. Ob das beim Menschen mit Gummibärchen funktionieren würde?

Von Violetta Simon

Wenn Pandas Menschen wären, würde man ihnen vermutlich die Diagnose "ARFID" verpassen: avoidant restrictive food intake disorder, eine Essstörung, bei der Betroffene nur bestimmte Nahrungsmittel verzehren und infolgedessen unter Mangelerscheinungen leiden. Pandas ernähren sich fast ausschließlich von Bambus, und der ist nicht nur schrecklich faserig, sondern auch äußerst fettarm.

Da Pandas aber keine Menschen sind, gedeihen sie trotz der vermeintlichen Mangelernährung prächtig. Selbst in mageren Zeiten, wenn die Bambusblätter kaum etwas hergeben, ziehen sie Nährstoffe aus den Süßgräsern, bleiben kugelrund und flauschig - was bei Pandas als Schönheitsideal und Zeichen von Vitalität gilt. Forscher in China haben nun den Grund dafür herausgefunden. Wie die wissenschaftliche Plattform Cell Reports berichtet, können sich die Bakterien im Darm der Bären so verändern, dass sie im Frühling und Sommer, wenn die proteinreichen Triebe sprießen, besonders viel zulegen und Fett speichern. So gleichen sie den Nährstoffmangel in Jahreszeiten aus, in denen nur faserige Blätter zur Verfügung stehen.

Feine Sache, so ein pandaisierter Verdauungsapparat, das wäre doch auch für uns Menschen was: nur noch Pommes-Schranke, ohne Reue! Weil der Körper sich daraus genau die Nährstoffe zieht, die er braucht. Andererseits: Des Pandas Lust zur Paarung lässt bekanntlich zu wünschen übrig. Für die Erotik reicht die Bambus-Energie dann eben doch nicht - ein durchaus menschliches Phänomen, das Wissenschaftler übrigens als "Panda-Syndrom" bezeichnen. Ein bisschen Pandabär steckt eben doch in jedem von uns.

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