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Pamplona:Von Männern und Stieren

(Foto: Daniel Ochoa de Olza/AP)

Blut wird fließen, so viel ist sicher. Jedes Jahr im Juli rennen junge Männer und Stiere durch die spanische Stadt Pamplona, um ein umstrittenes Fest zu feiern.

Von Friederike Zoe Grasshoff

Blut wird fließen, so viel ist sicher. Jedes Jahr im Juli rennen sehr viele junge Männer und ein paar Stiere durch die nordspanische Stadt Pamplona, um das Fest von San Fermin, dem Schutzheiligen der Stadt, zu feiern. Feiern, das heißt: sich vor mehr oder weniger alkoholisierten Zuschauern von den Stieren durch die engen Gassen der Stadt treiben zu lassen. Oder eben durch die Arena, wie diese Herren in Rot-Weiß, denen es glücklicherweise noch ganz gut zu gehen scheint. Jedes Jahr kommen Tausende Touristen, und jedes Jahr werden bei dem achttägigen Fest Dutzende Menschen verletzt, allein bei der ersten Stierhatz am Donnerstag waren es fünf. Seit 1924 gab es 15 Todesopfer, das letzte 2009. Doch der Tod, er hat Tradition in Pamplona. Immer wieder morgens werden die Stiere etwa 800 Meter durch die Altstadt-Gassen bis in die Arena getrieben, während lebensmüde Menschen vor ihnen herlaufen. Bei der corrida, dem Stierkampf, werden die Tiere schließlich von den Toreros getötet - möglichst kunstvoll versteht sich. Seit Jahren protestieren Tierschützer gegen die weltberühmte Mutproben-Party, die mittlerweile auch in Spanien umstritten ist.

© SZ vom 08.07.2016
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