PakistanViele Tote und Verletzte bei Anschlag auf Zug

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Eine Explosion reißt viele Menschen in den Tod - verantwortlich erklärt sich eine Separatistengruppe, die auch schon zuvor Anschläge verübt hatte.
Eine Explosion reißt viele Menschen in den Tod - verantwortlich erklärt sich eine Separatistengruppe, die auch schon zuvor Anschläge verübt hatte.
Arshad Butt/AP/dpa

Entgleiste Waggons, viele Tote: Ein fahrender Zug in der westpakistanischen Stadt Quetta wird offenbar Ziel eines Anschlags. Eine Separatistengruppe erklärt sich verantwortlich.

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Eine Explosion hat einen Personenzug im Westen Pakistans erfasst und viele Menschen in den Tod gerissen. Zu den Todesopfern bei dem Zwischenfall in der Unruheprovinz Baluchistan wurden unterschiedliche Zahlen genannt. Ein Polizeisprecher sprach gegenüber der Deutschen Presse-Agentur von 30 Toten und mehr als 100 Verletzten. Die pakistanische Zeitung „Dawn“ schrieb am Abend unter Berufung auf einen vorläufigen Bericht der Provinzregierung von mindestens 14 Toten und 20 Verletzten infolge eines Selbstmordanschlags, der den Zug erfasste.

Eine Unterabteilung der Separatistengruppe Balochistan Liberation Army (BLA), die für die Unabhängigkeit der Provinz Baluchistan kämpft, erklärte sich für den Anschlag verantwortlich. Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif verurteilte den Angriff in einem Beitrag auf X aufs Schärfste. Er sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus.

Gewalt in Pakistan nimmt zu – Anschläge auf chinesische Projekte

Der Vorfall ereignete sich in Quetta, der Provinzhauptstadt Baluchistans, während sich der Zug bereits in Fahrt befand.
In allen öffentlichen und privaten Krankenhäusern der Stadt sei der Notstand ausgerufen worden, sagte ein Sprecher der Provinzregierung. Durch die Explosion seien mindestens drei Waggons und die Lokomotive entgleist. Sicherheitskräfte hätten das Gebiet abgesperrt und Rettungsmaßnahmen seien im Gange, sagte er ferner.

In dem Bericht von „Dawn“ hieß es, unter den Todesopfern seien drei Armeeangehörige. Terroranschläge zielen in Pakistan als Ausdruck für den Kampf gegen den Staat häufig auf staatliche Sicherheitskräfte ab. Baluchistan gilt als ärmste Provinz der Atommacht. Separatisten kämpfen hier seit kurz nach der Staatsgründung Pakistans für Unabhängigkeit.

In Pakistan hat die Gewalt in letzter Zeit stark zugenommen. So wurde im vergangenen Jahr ein Zug, der Hunderte Sicherheitskräfte und deren Familien beförderte, von der verbotenen BLA entführt. Bei einem tagelangen Gefecht zur Befreiung der Geiseln kamen mindestens zwei Dutzend Passagiere und Soldaten ums Leben. Die BLA ist die größte von mehreren militanten Gruppen, die für die Unabhängigkeit Baluchistans von Pakistan kämpfen. Die Gruppe steckt auch hinter Gewalttaten, die sich gegen milliardenschwere chinesische Infrastrukturprojekte richten.

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