Osterpredigt Papst verurteilt "grausame Gewalt" in Sri Lanka

"Urbi et orbi": Papst Franziskus feiert die Ostermesse auf dem Petersplatz im Vatikan.

(Foto: dpa)

Franziskus verkündet seine Osterbotschaft auf dem Petersplatz. Er habe mit Trauer auf die Nachricht der Anschläge reagiert, sagte er.

Papst Franziskus hat am Ostersonntag der Opfer der "schweren Attentate" in Sri Lanka gedacht. Er habe die Nachricht über die Anschlagsserie "mit Trauer und Schmerz" vernommen, sagte der Pontifex vor Zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz. "Ich möchte der christlichen Gemeinschaft, die getroffen wurde, als sie im Gebet versammelt war, und allen Opfern von so grausamer Gewalt meine innige Nähe ausdrücken." Das Oberhaupt der katholischen Kirche sprach von einem "dramatischen Ereignis".

Am Ostersonntag hatte es in Sri Lanka fast zeitgleich sechs Explosionen in drei Kirchen und drei Luxushotels gegeben. Später folgten zwei weitere Explosionen. Nach bisherigen Informationen kamen mehr als 100 Menschen ums Leben, rund 450 wurden verletzt. Die Behörden sprechen inzwischen von einem Anschlag.

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Gewalt während der Ostermesse: Explosionen in Kirchen und Hotels töten mindestens 290 Menschen und verletzen Hunderte. Die Regierung macht "religiöse Extremisten" verantwortlich und nimmt 24 Menschen fest.

In seiner Osterbotschaft rief der Papst zu einem Ende der Konflikte weltweit auf und verurteilte die Gleichgültigkeit angesichts des vielfältigen Leids auf dem Planeten. Die Verantwortlichen der Nationen forderte er auf, "sich für die Beendigung des Rüstungswettlaufs und der besorgniserregenden Verbreitung der Waffen einzusetzen, vor allem in den wirtschaftlich fortgeschritteneren Ländern". Er ging dabei unter anderem auf die Lage im Nahen Osten, Afrika, dem Südsudan, der Ukraine und Venezuela ein. Der Papst verkündete die Osterbotschaft gegen Mittag von der Mittelloggia des Petersdoms.

Das Kirchenoberhaupt forderte dabei außerdem Hilfe für Notleidende, Migranten und Flüchtlinge: "Der Auferstandene, der die Pforten des Grabes weit aufgerissen hat, möge unsere Herzen für die Bedürfnisse der Notleidenden, der Wehrlosen, der Armen, der Arbeitslosen, der Ausgegrenzten sowie derer öffnen, die auf der Suche nach Brot, nach Zuflucht und nach Anerkennung ihrer Würde sind", sagte er.

Ostern ist das wichtigste Fest für Christen und eigentlich Anlass zur Freude. Bereits bei der Ostermesse am Morgen war der Pontifex aber mit sehr ernster Miene zu sehen. Vor dem Verkünden der Osterbotschaft hatte der Papst am Ostersonntag mit tausenden Gläubigen aus aller Welt auf dem Petersplatz die Ostersonntagsmesse gefeiert. Im Anschluss an seine Osterbotschaft erteilt der Papst den traditionellen Segen "Urbi et orbi", "Der Stadt und dem Erdkreis".

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