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Rockerähnliche Gruppe:Seehofer verbietet "Osmanen Germania BC"

Polizeibeamte beobachten ein Treffen der "Osmanen Germania" in Neuss.

Polizeibeamte beobachten ein Treffen der "Osmanen Germania" in Neuss.

(Foto: Dieter Staniek/dpa)
  • "Von dem Verein geht eine schwerwiegende Gefährdung für individuelle Rechtsgüter und die Allgemeinheit aus", erklärte das Innenministerium.
  • Am Morgen liefen Durchsuchungen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern und Hessen gegen Mitglieder der Gruppe.
  • Aktuell sind im Bundesgebiet 16 Ortsgruppen aktiv.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die rockerähnliche Gruppe "Osmanen Germania BC" einschließlich ihrer Teilorganisationen verboten und ihnen jede Tätigkeit untersagt. "Von dem Verein geht eine schwerwiegende Gefährdung für individuelle Rechtsgüter und die Allgemeinheit aus", erklärte das Ministerium am Dienstag in Berlin.

Seehofer erklärte, Bund und Länder bekämpften entschieden alle Erscheinungsformen organisierter Kriminalität, auch rockerähnliche Gruppierungen. Mitglieder des Vereins verübten schwere Straftaten: "Wer den Rechtsstaat ablehnt, kann von uns keine Nachsicht erwarten."

Das Verbot stützt sich auf das Vereinsgesetz. Zweck und Tätigkeit der "Osmanen Germania" liefen den Strafgesetzen zuwider, erklärte das Ministerium. Betroffen von dem Verbot sind auch alle Teilorganisationen. Aktuell sind im Bundesgebiet 16 Ortsgruppen, sogenannte "Chapter", aktiv. Nach Schätzungen der Polizei hat der Verein mindestens 300 Mitglieder.

Zudem liefen am Morgen Durchsuchungen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern und Hessen gegen Mitglieder. "Es gibt Aktionen an acht Orten in den Regierungsbezirken Stuttgart, Karlsruhe und Tübingen", sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Ziel sei es, die Verbotsverfügung zu übergeben und Vereinsvermögen zu beschlagnahmen. Festnahmen seien nicht geplant.

Das Verbot stützt sich laut Innenministerium auch auf Erkenntnisse, die im Rahmen von Ermittlungsmaßnahmen Mitte März gewonnen wurden. Ziel war es damals, nähere Informationen über Struktur und Leitung des Vereins und das Zusammenwirken mit seinen Teilorganisationen zu erlangen. Die "Osmanen Germania" stehen nach Einschätzung des NRW-Innenministeriums auch in Verbindung zur türkischen Regierungspartei AKP und zum Umfeld des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan.

© SZ.de/dpa/bix/eca
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