UmweltkatastropheDrohende Ölkatastrophe vor der Küste Omans

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Dieses Satellitenbild vom 31. Juli zeigt, wie Rohöl aus dem mit Sanktionen belegten Tanker austritt und sich ausbreitet.
Dieses Satellitenbild vom 31. Juli zeigt, wie Rohöl aus dem mit Sanktionen belegten Tanker austritt und sich ausbreitet.
Planet Labs PBC/AP/dpa

110 000 Tonnen Rohöl hatte die „Caroline Bezengi“ geladen. Nun liegt sie vor einer omanischen Insel auf Grund – und ein schimmernder Ölteppich breitet sich aus.

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Vor der Küste des Oman droht wegen eines auf Grund gelaufenen Öltankers eine Umweltkatastrophe von gewaltigem Ausmaß. Am 270 Meter langen Tanker Caroline Bezengi, der Russlands sogenannter Schattenflotte zugerechnet wird, treten Satellitenaufnahmen zufolge immer größere Mengen Öl aus. Der Ölteppich sei inzwischen auf eine Fläche von rund 600 Quadratkilometern angewachsen, teilte die Umweltorganisation Greenpeace mit. Das entspricht etwa der doppelten Fläche Münchens.

Die Caroline Bezengi liegt vor der Insel al-Qibbliyah in einer ökologisch sensiblen Region vor der südomanischen Küste. Gefährdet sind Greenpeace zufolge unter anderem Korallenriffe, Meeresschildkröten, Zugvögel und Meeressäuger. In den Gewässern um die geschützten Al-Hallaniyat-Inseln (auch Churiya-Muriya-Inseln), wo Seevögel brüten und Schildkröten ihre Eier ablegen, lebt auch der seltene sogenannte Arabische Buckelwal, der noch nicht als eigenständige Unterart geführt wird.

Der unter EU-Sanktionen stehende Tanker hatte im russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk mit großer Wahrscheinlichkeit Öl geladen, wie das Geodaten-Unternehmen Synmax zur Auswertung von Satellitenbildern mitteilte. Anfang Juni habe er wohl einen Zwischenfall auf See erlitten und dann keine Standortdaten mehr mitgeteilt. Berichten zufolge steuerte der Tanker einen Hafen in Indien an.

Spekuliert wurde, ob die Ukraine das Schiff etwa mit einer Haftmine angegriffen haben könnte. Das Land hat schon mehrfach Schiffe der russischen Schattenflotte attackiert. Weil Oman weit entfernt von der Ukraine liegt, wäre so ein Angriff aber logistisch nur schwer umsetzbar.

Omans Transportministerium forderte die Eigentümer bereits auf, das Schiff samt seiner Ladung aus dem Gebiet zu entfernen. Berichten zufolge gehört es einem Unternehmen in China, das – ähnlich wie bei anderen Schiffen der Schattenflotte – zu einer Briefkastenfirma in Shanghai führen soll.

Der Flaggenstatus des Tankers ist ungeklärt

Ohne verantwortlichen Besitzer, angemessene Versicherung oder gar einen Flaggenstaat bestehe das Risiko, dass Oman die finanziellen Folgen allein schultern müsse, teilte Greenpeace mit. Der Flaggenstatus des Tankers ist ungeklärt, nach einigen Angaben soll er unter der Flagge Kameruns fahren. Um eine ökologische Katastrophe abzuwenden, müsste das Öl vermutlich auf einen anderen Tanker gepumpt werden.

Wim Zwijnenburg von der niederländischen Organisation PAX, der Konflikte und Umweltthemen untersucht, warnte vor einer schweren Umweltkatastrophe, wenn das Schiff zerbrechen sollte. Es hat Greenpeace zufolge etwa 110 000 Tonnen Rohöl geladen und damit fast die dreifache Menge des Öls, das bei der Havarie der Exxon Valdez vor Alaska 1989 ins Meer gelangte. Diese Ölpest gilt bis heute als eine der größten Umweltkatastrophen der internationalen Schifffahrt.

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