Österreich /Bayern:Mindestens zehn Tote durch Lawinen

Lesezeit: 2 min

Österreich /Bayern: Eine Lawine In Sölden in Österreich hat am vergangenen Freitag fünf Wintersportler verschüttet. Rettungskräfte haben sie lebend geborgen.

Eine Lawine In Sölden in Österreich hat am vergangenen Freitag fünf Wintersportler verschüttet. Rettungskräfte haben sie lebend geborgen.

(Foto: Zoom.Tirol/dpa)

Schneemassen in Österreich rissen am Wochenende mindestens neun Menschen in den Tod. Erstmals seit drei Jahren gibt es auch wieder Lawinentote in Bayern.

In Österreich und Deutschland sind am Wochenende mindestens zehn Menschen durch Lawinenabgänge ums Leben gekommen. Allein acht Todesfälle gab es in Tirol, einen in Vorarlberg, wie die Polizeistellen berichteten. Auch in Bayern kam ein Skifahrer abseits der Pisten in einer Lawine um.

Am Samstag starb ein 61 Jahre alter Mann aus Österreich bei einem Lawinenabgang im Berchtesgadener Land. Sein 41 Jahre alter Begleiter kam mit schweren Verletzungen in eine Klinik. Die Skitourengeher waren am Samstagmittag in der Nähe von Ramsau bei Berchtesgaden im Aufstieg über das Sittersbachtal auf das 2468 Meter hohe Steintalhörndl. Etwa 150 Meter vor dem Gipfel löste sich ein massives Schneebrett und riss die beiden Tourengeher mit.

Es war bereits der zweite tödliche Lawinenunfall in diesem Jahr in den bayerischen Alpen - zuletzt hatte es nach Daten der Lawinenwarnzentrale Bayern vor drei Jahren im Freistaat Lawinentote gegeben.

In Teilen des Alpenraumes insbesondere in Österreich und in der Schweiz herrschte auch am Sonntag erhebliche Lawinengefahr der Stufe 3 von 5. Problematisch sei der Übergang von wenig zu viel Schnee, hieß es bei der Lawinenwarnzentrale Bayern. Statistisch passieren bei Alarmstufe 3 zwei Drittel der Lawinenunfälle, sagte Rudi Mair, Leiter des Lawinenwarndienstes Tirol. "Diese statistische Tatsache zeigt gerade auch die Gefährlichkeit dieser Lawinengefahrenstufe auf."

Ein folgenschwerer Freitag

Der Freitag war mit acht Toten der bislang folgenschwerste Lawinentag der Saison. In Tirol kamen vier Einheimische und vier Schweden ums Leben. Fünf Schweden sowie ein einheimischer Bergführer waren im Skigebiet Ischgl/Samnaun an der Grenze zur Schweiz außerhalb der Pisten unterwegs und wurden von einer Lawine mitgerissen. Ein Schwede wurde nur zum Teil verschüttet und konnte per Handy einen Freund in seinem Heimatland alarmieren, der für den Einsatz der Bergrettung sorgte. Der 42-Jährige mit dem Handy überlebte als einziger.

Auch außerhalb der Pisten, aber mit einem staatlich geprüften Snowboardführer war eine vierköpfige Gruppe am Freitag im Skigebiet Albona am Berg Knödelkopf in Vorarlberg unterwegs, als eine Lawine abging. Für einen 43-Jährigen kam nach Polizeiangaben trotz Lawinenairbag jede Hilfe zu spät.

In der Nacht zu Samstag bargen Retter kurz nach Mitternacht die Leichen einer 61-jährigen Frau und eines 60-jährigen Mannes. Sie waren von einer Skitour in Auffach in der Tiroler Wildschönau nicht zurückgekommen. Die von Angehörigen alarmierte Bergrettung fand nach nächtlicher Suchaktion die von einer Lawine verschütteten Leichen.

Am Samstag war dann in Schmirn rund 40 Kilometer südöstlich von Innsbruck ein 58 Jahre altes Mitglied einer einheimischen Skitourengruppe bei einem Lawinenabgang tödlich verunglückt. Vier weitere Verschüttete konnten ausgegraben und ins Krankenhaus gebracht werden.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusKatastrophen
:Es geschah im Schnee

Orkanartiger Wind, minus 40 Grad Kälte, seltsame Himmelserscheinungen - und plötzlich sind neun junge Menschen tot. Stecken dahinter CIA-Agenten, Radioaktivität oder schlicht eine ungewöhnliche Lawine? Über eine mysteriöse Katastrophe im Ural im Winter 1959.

Lesen Sie mehr zum Thema