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SZ-Kolumne "Bester Dinge":MacGyver hätte das gefallen

(Foto: Michael Bail/imago images)

Ein Schlittschuhläufer bricht bis zum Hals ins Eis ein - und rettet sich selbst mit einem Taschenmesser.

Von Violetta Simon

Kaugummi, Streichhölzer, Büroklammern. Mehr braucht MacGyver, Held einer TV-Serie aus den Achtzigerjahren, nicht, um einen zeitgesteuerten Sprengsatz zu bauen. In einer anderen Folge dichtete er einen leck geschlagenen Schwefelsäuretank mit einem Stück Schokolade ab, was dazu führte, dass Chemie- und Physiklehrer ihre Schüler fortan mit MacGyver-Sätzen motivierten.

Doch bei allem Talent: Wo wäre der Mann ohne sein Taschenmesser geblieben? Das benutzte er natürlich nur selten zum Schneiden, und wenn dann zum Durchtrennen von Fesseln oder Zündschnüren. Während unsereins sich eine Scheibe Salami damit abschnitt, knackte er mit dem Messer Safes und brach lässig Türen auf. Keine Folge, in der er nicht das rote Messer mit dem weißen Kreuz zückte, um die Welt zu retten. Die Hersteller sind ihm vermutlich bis heute dankbar.

Auch in der Realität haben Taschenmesser schon Leben gerettet. Es wurden damit angeschnallte Unfallopfer aus brennenden Autos befreit oder (als Messer an Bord noch erlaubt waren) im Flugzeug Luftröhrenschnitte gesetzt. Weltbekannt wurde der Fall des Bergsteigers Aron Ralston, der sich 2003 aus einer Felsspalte im Blue John Canyon nur durch Abtrennen seines Arms befreien konnte.

Jetzt hat ein Schlittschuhläufer, der auf dem Langbathsee in Oberösterreich bis zum Hals ins Eis eingebrochen war, sich mithilfe seines Taschenmessers selbst gerettet. Der Mann setzte es als Pickel ein, schaffte es aufs feste Eis und gelangte ans Ufer. Keine Frage: MacGyver hätte das gefallen.

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