Kühlungsborn Brand auf Öltanker gelöscht

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Der Seenotrettungskreuzer „Arkona“ bekämpft den Brand des Küstentankschiffs „Annika“ in der Ostsee.
Der Seenotrettungskreuzer „Arkona“ bekämpft den Brand des Küstentankschiffs „Annika“ in der Ostsee. (Foto: -/dpa)

Das Feuer wurde im Rostocker Überseehafen mithilfe von etwa 120 Einsatzkräften beendet. Jetzt beginnt die Suche nach der Ursache.

Am frühen Morgen war das Feuer auf dem Tankschiff Annika aus. Nachdem das Schiff auf der Ostsee vor Mecklenburg-Vorpommern in Brand geraten war, wurde es am Freitagabend in den Rostocker Überseehafen geschleppt. Dort wurde der Brand mit der Hilfe von etwa 120 Einsatzkräften gelöscht.

Der Sprecher des Deutschen Havariekommandos, Benedikt Spangardt, zeigte sich zufrieden mit dem Ablauf der Aktion. Es seien drei Feuerwehren beteiligt gewesen, aus Kiel, Lübeck und Rostock. „Die Sache ist in dem Sinne gut ausgegangen, dass keine Person schwer verletzt worden ist, dass die Besatzung in Ordnung ist und dass wir keine Gewässerverunreinigung und keinen Ölschaden in der Ostsee haben.“

Am Samstag beginnt die Suche nach der Ursache. Sobald es möglich ist, werden Brandermittler an Bord gehen. Auch Taucher soll den Schiffsrumpf kontrollieren. Routinemäßig schaltet sich nach Havarien die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung ein. Der Brand entstand nach Angaben des Havariekommandos wahrscheinlich im Farben- und Lackraum („Paintroom“). Es könnte aber auch sein, dass es im Maschinenraum zuerst brannte. Aufschluss darüber sowie über die Brandursache sollen die Ermittlungen der Polizei geben.

Öltanker sei fast leer gewesen

Das Feuer war am Freitagmorgen zwischen Rostock-Warnemünde und Kühlungsborn ausgebrochen, etwa auf Höhe des Ostseebades Heiligendamm. Augenzeugen berichteten der Ostsee-Zeitung, es habe eine Verpuffung oder Explosion gegeben. Danach seien Rauchwolken aufgestiegen. Der schwarze Rauch war bis zur etwa 4,5 Kilometer entfernten Küste zu sehen. Die Havarie löste einen Großeinsatz von Einsatzkräften aus. Drei Löschschiffe bekämpften über mehrere Stunden den Brand von außen. Am Freitagnachmittag gingen Feuerwehrleute an Bord der Annika und erkundeten die Lage.

Das Seenotrettungsboot „Wilma Sikorski“ hat die sieben Besatzungsmitglieder des Öl- und Chemikalientanker „Annika“ in der Ostsee gerettet. (Archivbild)
Das Seenotrettungsboot „Wilma Sikorski“ hat die sieben Besatzungsmitglieder des Öl- und Chemikalientanker „Annika“ in der Ostsee gerettet. (Archivbild) (Foto: Sven Claussen/dpa)

Die Ladung des 73 Meter langen Schiffs besteht nach Angaben des Havariekommandos aus etwa 640 Tonnen Öl. Eine Sprecherin des Havariekommandos Cuxhaven sagte der Ostsee-Zeitung, das sei für einen Öltanker nicht viel, er sei „so gut wie leer“. Nach früheren Angaben des Schweriner Umweltministeriums vom Freitag ist bisher keine Gewässerverunreinigung entstanden. Das zwölf Meter breite Schiff, das unter anderem große Schiffe mit Treibstoff versorgen kann, war den Angaben zufolge auf dem Weg von Rostock nach Travemünde.

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger brachte die sieben Besatzungsmitglieder in Sicherheit und an Land. Das Havariekommando teilte am Freitagabend mit, die Verletzten seien aus dem Krankenhaus entlassen worden. Sie würden durch Fachkräfte der Deutschen Seemannsmission und bei Bedarf psychosozial betreut.

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