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Ölpest im Golf von Mexiko:BP soll zahlen, zahlen, zahlen

Die Katastrophe im Golf von Mexiko ist kein Unglück, sie wurde von Menschen angerichtet. BP sollte deswegen zur Verantwortung gezogen werden.

Fünf Wochen Karenzzeit blieben der Welt, das ganze Ausmaß der Katastrophe zu erfassen, die sich im Golf von Mexiko ereignet hat. "Ereignet hat", das klingt unzulässig passiv. Hier hat sich nichts ereignet, hier haben Menschen etwas angerichtet. Und das "Etwas" ist unglaublich schlimm. Fünf Wochen, so lange dauerte es, bis der gigantische Ölteppich seinen Weg an Amerikas Küste gefunden hat, bis er für die Fernsehkameras wirklich fassbar wird. Unzählige Liter des schwarzen Gifts, das die Menschheit für ihren Wohlstand braucht, sind bereits ins Meer geströmt, und es strömt weiter.

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Ein ehemals weißer Pelikan, verklebt und schwarz vom Öl, das in Louisiana an die Strände geschwemmt wird.

(Foto: AP)

Erstaunlicherweise ist die öffentliche Kritik am Öl-Konzern BP, dem Reeder der gesunkenen Plattform Deepwater Horizon, immer noch vergleichsweise milde. Das wird sich ändern. Die bisherigen Vorwürfe an BP sind nur ein Vorgeschmack auf das, was kommen wird - und kommen muss. Denn was dort im Golf passiert ist, hätte nicht passieren dürfen, und es hätte auch nicht passieren müssen. Da hat niemand Pech gehabt, es ist nichts Unvorhersehbares geschehen. Eine Katastrophe mit Ansage.

Dass der Mensch immer tiefer ins Meer vordringen muss, um an Öl und damit an Energie zu kommen, ist nachvollziehbar; es ist Teil unseres Lebensstandards, von dem sich nur die wenigsten zu verabschieden bereit wären. Die Zeiten, da das Leben auf der Erde ohne nennenswerte Belastung für die Natur und nennenswertes Risiko für den Gesamtorganismus Erde verwaltet werden kann, sind vorbei. Das mag man bedauern, aber es ist nicht mehr zu ändern.

Der Preis dafür ist hoch. In großen Tiefen oder extremer Kälte stößt der Mensch in Grenzbereiche der Technik vor. Wenn man sich also für diesen Weg des "Immer mehr" entscheidet, dann ist ein Gebot überlebenswichtig: Die Belastung für die Umwelt und das Risiko sind so sehr zu begrenzen, wie es nur irgend geht. Im Zusammenhang mit den Tiefseebohrungen im Golf von Mexiko ist gegen dieses Gebot offenbar vielfach verstoßen worden.

Ölpest im Golf von Mexiko

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