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Ölkatastrophe:BP verschiebt Einsatz von Absaugglocke

Der Rettungsversuch mit Hilfe einer neuen 75 Tonnen schweren Pumpe über dem Bohrloch im Golf von Mexiko verläuft nicht ohne Komplikationen. Indes flattert BP eine neue Rechnung der US-Regierung ins Haus.

Der britische Ölkonzern BP hat die mit Spannung erwarteten Belastungstests der neu installierten Absaugvorrichtung über dem lecken Bohrloch im Golf von Mexiko um einen Tag verschoben. Zunächst seien weitere Analysen notwendig, sagte US-Krisenkoordinator und Küstenwachen-Admiral Thad Allen. Die drei Ventile des 75 Tonnen schweren Absaugstutzens, der in der Nacht zum Dienstag installiert wurde, sollen nun ab Mittwoch eines nach dem anderen geschlossen werden. Die Ingenieure hoffen im Zuge der Tests auf einen Druckanstieg in der Vorrichtung, was bedeuten würde, dass die neue Absaugkappe das Bohrloch tatsächlich verschließt und auch an anderer Stelle kein Öl entweicht.

Sollte es zu einen Druckverlust kommen, müsste der neue Saugglocke wieder entfernt werden, um nicht Gefahr zu laufen, dass das Öl an anderer Stelle austritt. "Wir müssen sicherstellen, dass das Öl nicht neben dem Bohrloch ausströmen kann", sagte BP-Manager Doug Suttles.

Die neue Vorrichtung passt genauer als die vorherige Absaugglocke, die am Samstag entfernt worden war. Sollte der Versuch mit der neuen Absaugkappe scheitern, setzt BP auf zwei Entlastungsbohrungen, die bis Anfang August fertiggestellt sein sollen.

Indessen hat das Weiße Haus dem Ölkonzern BP zum vierten Mal eine Rechnung über Kosten für die Bekämpfung der Ölpest zukommen lassen. Für die Maßnahmen stellte die US-Regierung dem britischen Unternehmen nach eigenen Angaben 99,7 Millionen Dollar (knapp 80 Millionen Euro) in Rechnung. Drei frühere Rechnungen hatten sich auf 122 Millionen Dollar summiert.

Mit den Zahlungen soll BP den Einsatz staatlicher US-Behörden zur Krisenbekämpfung abgelten. Für BP stellen sie freilich nur einen Bruchteil der bisherigen Kosten dar. Nach Firmenangaben vom Montag kostete die Ölpest im Golf von Mexiko den Konzern bereits 3,5 Milliarden Dollar.

Die von BP betriebene Plattform Deepwater Horizon war am 20. April explodiert und zwei Tage später gesunken. Dies verursachte die größte Ölkatastrophe in der US-Geschichte: Das ausströmende Öl bedroht vor allem die Ökosysteme im Golf von Mexiko und an der Südküste der USA.

© AFP/jobr/kat
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