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Odyssee durch die Wüste:Entführte Touristen in Libyen

Die Odyssee der Touristen, die von Ägypten in den Sudan verschleppt worden sind, nimmt kein Ende. Die 19 Mitglieder der Gruppe wurden inzwischen quer durch die Wüste über die Grenze nach Libyen gebracht.

Die Odyssee der Touristen, die von Ägypten in den Sudan verschleppt worden sind, nimmt kein Ende. Die 19 Mitglieder der Gruppe wurden inzwischen quer durch die Wüste über die Grenze nach Libyen gebracht. Das sagte ein Sprecher des sudanesischen Außenministeriums am Donnerstag dem Nachrichtensender Al-Arabija.

Libysche Wüste: Die Entführung einer europäischen Reisegruppe nimmt keine Ende

(Foto: Foto: Reuters)

Zu der Touristengruppe gehören fünf Deutsche, fünf Italiener, eine Rumänin und acht ägyptische Begleiter. Am Vortag hatte das Ministerium in Khartum noch erklärt, es habe die Entführer umzingelt, um eine Flucht in die Konfliktregion Darfur zu verhindern. Beobachter erklärten am Donnerstag, es sei unklar, ob die Entführer nun mit ihren Geiseln geflohen seien oder ob die Weiterreise nach Libyen möglicherweise das Ergebnis von Verhandlungen mit den Behörden sei. Die geheimen Verhandlungen werden dem Vernehmen nach von der Bundesregierung in Absprache mit den Heimatländern der anderen Entführungsopfer geführt.

Die Touristen waren am vergangenen Freitag während einer Wüstenexpedition zum Gilf al-Kebir im Grenzdreieck zwischen Ägypten, dem Sudan und Libyen verschleppt worden. Die Verbindung zwischen den Entführten und der Außenwelt war zunächst durch den ebenfalls entführten Inhaber des ägyptischen Reiseveranstalters Aegyptus zustande gekommen, der seine in Kairo lebende deutsche Ehefrau mehrfach anrufen konnte.

Die Entführer sollen sechs Millionen US- Dollar Lösegeld gefordert haben.

Sie sollen dem Vernehmen nach Afrikaner sein und Englisch sprechen. Die sudanesischen Sicherheitskräfte hatten am Mittwoch erklärt, sie überwachten die Aktivitäten der Kidnapper und der Entführten "aus der Ferne".

Die Kairoer Tageszeitung "Al-Masry al-Yom" berichtete am Donnerstag, die Reiseführer in den Oasen der westlichen Wüste hätten Expeditionen zum Gilf al-Kebir schon seit einigen Monaten nur noch mit Vorbehalten unternommen. Grund dafür sei ein Überfall auf eine Touristengruppe, die 2007 dort ausgeraubt worden sei. Der Reiseführer Hamad Hamidati habe den Vorfall damals der Polizei gemeldet, sagte Hussein Abdelsalam, der mit einem der entführten Fahrer verwandt ist.

Ein Deutscher, der nach Angaben eines befreundeten Wüstenreisenden vor einigen Monaten in dem Grenzgebiet von Angehörigen der Rebellengruppe SLA aus Darfur überfallen worden war, soll von den Rebellen zwar einige Tage festgehalten worden sein. Sie gaben ihm jedoch vor seiner Freilassung, für die kein Lösegeld bezahlt wurde, seine Ausrüstung wieder zurück.