Oberhavel:Junger Bürgermeister: „Ich habe einen riesengroßen Spaß“

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Lucas Halle, Zehdenicker Bürgermeister, sitzt in seinem Büro in der Stadtverwaltung. (Foto: Soeren Stache/dpa/Archivbild)

Das Netzwerk Junge Bürgermeister listet ihn als Deutschlands jüngsten hauptamtlichen Rathauschef auf: Seit rund einem Jahr ist Lucas Halle Bürgermeister von Zehdenick in Brandenburg und trägt Verantwortung für rund 13.000 Menschen. Halle zieht eine erste Bilanz.

Direkt aus dem dpa-Newskanal: Dieser Text wurde automatisch von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) übernommen und von der SZ-Redaktion nicht bearbeitet.

Zehdenick (dpa/bb) - Lucas Halle hat seit einem Jahr als Bürgermeister die Fäden der Stadt Zehdenick in der Hand - und bereut es trotz großer Herausforderungen nicht. „Ich würde mich in jeder Sekunde sofort wieder dazu entscheiden“, sagte der 25-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. „Ich habe einen riesengroßen Spaß daran. Ich gehe wirklich darin auf.“ Es sei viel Arbeit, aber es sei toll, in dem Alter die Entwicklung der Stadt maßgeblich mitzugestalten. Direkt nach seinem Amtsantritt im Februar 2022 ging es um den Umgang der 13.000 Einwohner-Stadt mit den Folgen des Ukraine-Kriegs.

Welches Bild kommt dem Bürgermeister nach einem Jahr zuerst in den Sinn? „Als allererstes sehe ich da junge Mütter mit ihren Kindern aus der Ukraine, die vor mir stehen und Danke sagen“, sagte Halle. Direkt nach seiner Amtseinführung im Februar 2022 habe eine Videokonferenz mit dem Kreis Oberhavel zur Unterbringung von Flüchtlingen auf dem Programm gestanden. Im Herbst sei es dann darum gegangen, die Energieversorgung für die Stadt abzusichern.

Der 25-Jährige gilt auch ein Jahr nach seinem Start als „Benjamin“ unter den hauptamtlichen Rathauschefs: „Nach den Daten des Netzwerks Junge Bürgermeisterinnen und Bürgermeister ist er aktuell der jüngste hauptamtliche Bürgermeister in Deutschland“, sagte Verbandsgeschäftsführer Henning Witzel. Einige ehrenamtliche Bürgermeister seien noch jünger als Halle. In dem Netzwerk sind rund 750 Bürgermeister in Deutschland - unter 40 bei der jüngsten Wahl - als Mitglieder gelistet, 100 bis 150 davon sind aktiv im Verein.

Lucas Halle, der in Zehdenick aufwuchs, absolvierte den dualen Studiengang Öffentliche Verwaltung Brandenburg. Am 13. Februar 2022 gewann der SPD-Mann die Bürgermeisterwahl mit 88,3 Prozent, nachdem Amtsvorgänger Bert Kronenberg (parteilos) im Herbst zurückgetreten war. Im Wahlkampf nahm er auch Vorbehalte wegen seines Alters wahr. Daraus sei die Erwartungshaltung geworden: „Dann kümmer' Dich bitte auch!“ Seit der Wahl sei sein Alter praktisch kein Thema mehr.

Als Kandidat hatte er sich einiges vorgenommen - für alle Altersgruppen. Das ist aus seiner Sicht positiv angelaufen. So seien Bebauungspläne für zwei Einfamilienhaus-Wohngebiete entstanden. Außerdem hätten acht junge, gut ausgebildete Leute aus dem Berliner Umland ein Konzept erstellt, um eine alte, leerstehende Schule wiederzubeleben - zum Arbeiten, als Begegnungsstätte für Kultur und als Turnhalle. „Die sind inzwischen alle Zehdenicker Bürger geworden“, sagte er.

Der Vorsitzende der Zehdenicker Stadtverordnetenversammlung, Waldemar Schulz (CDU), bewertet die Zusammenarbeit mit Halle positiv und nennt ihn mit Schmunzeln ein „cleveres Kerlchen“. „Wir sprechen uns gut ab“, sagte Schulz, der jahrelange politische Erfahrung hat. „Er arbeitet viel und lang.“ Parteipolitik werde außen vor gelassen.

Lucas Halle ist Mitglied im Netzwerk Junge Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, wo er sich jeden Monat austauscht. Rat holt er sich schon mal von seinem Vater und von seinem Großvater. Für seine Freundin und seine zwei Katzen hat er nach eigenen Angaben zwar weniger Zeit als früher - aber er schaffe sich Zeitinseln. Nicht alle Termine nehme er als Arbeit wahr. „Natürlich sind auch Momente da, wo man dann einfach mal Lucas ist und nicht so sehr der Herr Halle.“

© dpa-infocom, dpa:230212-99-565398/2

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