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Oben-ohne-Fotos von Herzogin Catherine:Lächelnde Miene zu bösem Spiel

War da was? Im Gegensatz zu Ehemann William lässt sich Catherine ihren Ärger über die Veröffentlichung intimer Paparazzi-Bilder nicht anmerken. Professionell gut gelaunt absolviert sie den Besuch der Salomon-Inseln. Die Herzogin hat gelernt, mit der omnipräsenten Öffentlichkeit umzugehen. Manchmal auf schmerzhafte Art und Weise.

Nicht vielen Menschen gelingt es, auf einem zum Boot umgebauten Kleinlaster durch die Gegend gefahren zu werden und dabei würdevoll zu wirken. Für Catherine, die Herzogin von Cambridge, ist das kein Problem: Am Sonntag besuchte sie mit ihrem Ehemann Prinz William die Salomon-Inseln, der Aufenthalt dort war Teil der Südostasien- und Südseereise, die das Paar derzeit im Namen der britischen Königin Elisabeth II. absolviert.

Sie machte auf dem Kleinlaster eine ebenso gute Figur wie zuvor in Wanderschuhen im Urwald von Borneo, mit dezentem Sonnenschirmchen auf einer Kriegsgedenkstätte in Singapur oder mit Schleier in einer Moschee in Kuala Lumpur. In einem Hospiz hielt sie ihre erste Auslandsrede im Namen des Königshauses.

Im April 2011 haben William und Catherine, die meist nur Kate genannt wird, geheiratet, seitdem übernehmen die beiden zunehmend protokollarische Pflichten. Sie üben für das, was eines Tages auf sie zukommt: William ist nach seinem Vater Prinz Charles Nummer zwei der britischen Thronfolge.

Mischung aus öffentlichem Auftritt und privater Ruhe

Die Reise wäre aus Sicht des Palastes schon jetzt als voller Erfolg zu verbuchen, wenn die Bilder aus Südostasien nicht überlagert würden von Bildern aus Frankreich. Ein französisches Magazin hatte Fotos veröffentlicht, auf denen Kate spärlich bekleidet beim Sonnenbaden zu sehen ist, der irische Daily Star hatte die Bilder nachgedruckt, was zu einem Zerwürfnis in der Verlegerschaft des Blattes führte. Ein italienisches Klatsch-Heftchen will nun auch eine Sonderausgabe auf den Markt bringen.

Ein Paparazzo hatte Kate während eines privaten Urlaubs fotografiert. Das Paar, teilt der Palast mit, sei stocksauer. Während William sein Ärger am Wochenende bisweilen anzusehen war, lächelte Kate, als wäre nichts geschehen.

Kate hatte viel Zeit, um sich auf ihre Rolle im Licht der Öffentlichkeit einzustellen. Sie traf William 2001 als Studentin in St. Andrews, seit 2002 sind die beiden ein Paar, mit einer kurzen Unterbrechung 2007, als sie sich wegen des, wie es hieß, enormen Drucks der Medien vorübergehend trennten. Auf diesen Druck hat der Palast Kate allmählich vorbereitet, ihre Auftritte wurden sorgsam dosiert.

Insbesondere William war es ein Anliegen, dass seine Frau eine Mischung findet aus öffentlichem Auftritt und privater Ruhe. Sein Verhältnis zur Klatschpresse ist gespannt, weil seine Mutter Diana 1997 auf der Flucht vor Paparazzi bei einem Autounfall ums Leben kam.

Damals galt die britische Boulevardpresse als brutalste der Welt, die vor nichts haltmachte, schon gar nicht vor dem Königshaus. Das hat sich grundlegend geändert. Nicht nur hat kein britisches Blatt die Fotos von Kate gedruckt, es gibt auch eine patriotische Empörung darüber, dass in anderen Ländern so wenig Rücksicht auf die künftige Königin genommen wird.

Es ist unwahrscheinlich, dass Kate sich öffentlich in der Sache äußert. Das werden von diesem Montag an die Anwälte des Palastes übernehmen.

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