Obdachlose in Großbritannien:"Es wäre eine Tragödie, wenn man sie jetzt rauswerfen würde"

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Nicht alle Obdachlose hatten das Glück, in einem der vom Staat gemieteten Hotels unterzukommen. (Foto: imago images/PA Images)

In Großbritannien wurden während der Pandemie Tausende Obdachlose von der Straße geholt und in Hotels einquartiert. Doch wie geht es jetzt mit ihnen weiter?

Von Cathrin Kahlweit, London

"Lips" heißt eigentlich Daniel, aber weil er eine große Verwachsung an der Unterlippe hat, erkläre sich, findet er, sein Spitzname von selbst. Er habe das mal wegmachen lassen, sagt er, in besseren Tagen, aber die Beule sei wiedergekommen, was soll man machen. Lips sitzt täglich vor dem Tesco Express, einem kleinen Supermarkt an der Euston Road, die Nächte verbringt er vor dem Kirchenportal auf der anderen Straßenseite. Er ist ein freundlicher und munterer Mensch, aber definitiv zu dünn. Im Lockdown gingen die Geschäfte zuletzt nicht sonderlich gut, sagt er. "Die Leute geben zwar weniger aus", sagt Lips, "aber sie geben auch weniger."

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