Obama bei Clooney Jetzt fahrn sie übern See, übern See

Und was macht man so, im Juni am Comer See? Natürlich mit dem Motorboot fahren: Barack Obama und George Clooney im Urlaub.

(Foto: Matteo Bazzi/AP)

Wenn Ex-US-Präsident Barack Obama seinen Freund George Clooney am Comer See besucht, wird es ganz schön eng in der Gemeinde Laglio. Deren Bürgermeister entschuldigt sich.

Von Martin Zips

Man kann wirklich nicht sagen, dass sie diesen scheußlichen Koloss lieben, in Laglio. Die riesige Pyramide, die sich der Mediziner Joseph Frank (1771 - 1842) posthum auf dem Friedhof errichten ließ. 20 Meter hoch ist das Monument und 13 Meter breit. Frank soll sich das Ding selbst bezahlt haben - Don Vincenzo Barelli, der damalige Pfarrer, hat es jedoch nur widerwillig gesegnet. "Ihr, die ihr den Fuß über diese Schwelle setzt, wünscht einem Mann Frieden, der unter den Menschen wahrlich menschlich war", steht etwas selbstverliebt in der Pyramide. Sicher, als Mediziner war Frank ein Wohltäter. Zugleich aber mochte er den Prunk und soll recht eitel gewesen sein.

"Menschen, die unter den Menschen wahrlich menschlich sind" soll es ja auch heute noch geben. Hollywoodschauspieler George Clooney zum Beispiel, der sich für ungeheuer viele gute Dinge einsetzt, weshalb ihn manche schon als kommenden Friedensnobelpreisträger sehen. Ex-US-Präsident Barack Obama hat den Nobelpreis ja bereits, deshalb ergibt es auch durchaus Sinn, dass Obama und Clooney gerade gemeinsam Urlaub machen. Und zwar in Laglio, am Comer See. Dort hat Clooney vor Jahren den Privatpalast des Ketchup-Giganten Heinz erworben.

Obama bei Clooney

Wenn zwei sich treffen

Und was macht man so, im Juni am Comer See? Natürlich Motorboot fahren, wie einschlägige Fotos beweisen: Obama und Clooney, in coolen grauen Sakkos von der Gischt im Zungenbecken des ehemaligen Addagletschers umspült. Schau mal, da hinten wohnt Madonna, dort Donatella Versace und hier: Brad Pitt. Alles Menschen, die unter den Menschen wahrlich menschlich sind.

Obama, der mit dem Privatjet von der französischen Riviera angereist sein soll, brachte übrigens nicht nur seine Frau und seine Töchter Sasha und Malia mit, sondern laut italienischen Medien auch zwölf Autos des US-Secret Service, für die eigens ein Parkplatz nahe der 25-Zimmer-Villa gesperrt werden musste. Roberto Pozzi, Bürgermeister von Laglio, entschuldigte sich, natürlich auch für das Badeverbot vor Clooneys Haus, welches bei Nichtbeachtung mit 500 Euro Strafe geahndet werden kann. Zugleich wurde darauf verwiesen, dass Ehrenbürger Clooney (und seine Frau Amal) nach Meinung internationaler Marketingexperten "die Marke Laglio" um 178 Prozent gesteigert hätten, was das tragische Ende der Seidenraupenzucht am Comer See zumindest zeitweise in Vergessenheit geraten ließ. Und, wer weiß, vielleicht sprang für die Kellner der Osteria "Vecchio Molo" (öffnet um 19 Uhr) am Ende ja ein ähnlich hohes Trinkgeld heraus wie die 20 000 Euro, die der Fußballer Cristiano Ronaldo gerade in einem griechischen Urlaubshotel hinterlassen haben soll.

Es gibt sie eben noch, die Menschen, die unter den Menschen wahrhaft menschlich sind. So gesehen wäre es auch gar nicht schlecht, wenn sich der aktuelle Pfarrer des 900-Einwohner-Kleinods Laglio schon jetzt einmal überlegen könnte, wer denn als Nächstes für die Ewigkeit - wenn schon keine klobige Pyramide - so doch zumindest einen hübschen Platz mit Seeblick verdient hätte.

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