bedeckt München 22°

Nürnberger Eisbärin:Flocke wandert aus

Die Eisbärin Flocke verlässt Nürnberg und zieht an die Côte d'Azur. Sie wird in einen südfranzösischen Zoo umgesiedelt. Ihren besten Freund nimmt sie mit in den Süden.

Die Nürnberger Eisbärin Flocke bekommt an der Côte d'Azur ein neues Zuhause. Die fast zwei Jahre alte Flocke werde gemeinsam mit ihrem ursprünglich aus Moskau stammenden Spielgefährten Rasputin Anfang 2010 von Nürnberg in den Zoo von Antibes umziehen, kündigte die fränkische Stadt am Mittwoch an. Der Park in Antibes wies Befürchtungen zurück, das dortige Mittelmeerklima könne für Flocke und Rasputin zu heiß sein.

In dem Zoo "Marineland" im südfranzösischen Antibes werde derzeit die einzige Meerwasseranlage für Eisbären in Europa fertiggestellt, teilte die Stadt Nürnberg mit. Diese werde den beiden Bären einmal sehr gute Lebensbedingungen bieten. Der Koordinator des Europäischen Erhaltungszucht-Programms (EEP) habe dem Nürnberger Tiergarten die Abgabe der beiden Jungtiere empfohlen.

"Wir bauen gerade ein Gehege von 2200 Quadratmetern für Flocke", sagte der zoologische Leiter des Parks in Antibes, Jon Kershaw. "Wir haben die Hitze im Sommer in Betracht gezogen. Das Gehege hat große Becken mit jahrein jahraus auf 14 Grad gekühltem Wasser." Im Inneren sorge eine Klimanalage für angenehme Eisbär-Temperatur. Zudem gebe es zwei Eisgrotten, "in denen sich die Tiere selbst im August im Schnee rollen können".

Die Außentemperaturen an sich seien kein Problem. "Wir sind hier nicht in den Tropen. Bei uns kann es im Winter nachts minus ein oder zwei Grad sein", sagte Kershaw. "Und auch in Nürnberg kann es im Sommer sehr heiß werden, wenn auch nicht so oft wie bei uns." Im Sommer werde den Tieren "die Wahl zwischen den kühlen Orten und dem Außenbereich gelassen".

Bisher gibt es im "Marineland" unweit von Nizza noch keine Eisbären. In dem Zoo werden schon Delfine, Pinguine, Otter, Haie und zahllose andere Fisch- und Tierarten gezeigt. Das Eisbär-Gehege soll bis spätestens April fertig sein. Und der Park hofft, dass Flocke auch eines Tages für Nachwuchs sorgen wird. "Alles ist so angelegt, dass wir Babys aufziehen können", sagte Kershaw. Das Gehege lasse sich abtrennen, um die Tiere voneinander zu isolieren. "Wir hoffen sehr, dass wir Nachwuchs haben werden."

Im Nürnberger Eisbären-Gehege soll Flockes Mutter Vera derweil weiter für Nachwuchs sorgen. Welcher männliche Eisbär dafür nach Nürnberg kommen wird, entscheidet demnach ebenfalls das EEP in Amsterdam.

Flocke war im Dezember 2007 in Nürnberg zur Welt gekommen. Vera hatte sich nur anfangs gut um ihr Junges gekümmert, woraufhin sich die Tiergartenleitung schließlich zur Handaufzucht entschloss - wie vorher schon der Berliner Zoo beim zur Weltberühmtheit gewordenen Eisbären Knut.