Die Gefahrenlage im nordrhein-westfälischen Monschau an der belgischen Grenze hat sich nach Einschätzung der dortigen Feuerwehr entspannt. „Wir fahren zurück“, sagte Einsatzleiter Philipp Krüger der Nachrichtenagentur dpa am Morgen. Schon in der Nacht habe man einen Großteil der rund 90 Einsatzkräfte abgezogen. „Aktuell sind wir noch mit 20 Personen auf Reserve vor Ort.“ Man beobachte die Brandentwicklung weiter ganz genau und werde im Notfall angemessen reagieren und die Kräfte bei Bedarf wieder verstärken. Seit der Nacht habe sich die Feuerfront aber nicht mehr weiter auf Monschau zubewegt.
Die Stadt Monschau erklärte am Sonntagmittag, dass aktuell keine Evakuierung vorgesehen sei. Nach derzeitigem Stand sehe die Stadt keine Notwendigkeit anzuordnen, dass die rund 5000 Bewohnerinnen und Bewohner der Ortsteile Kalterherberg und Mützenich ihre Häuser verlassen müssen, sagte eine Stadtsprecherin auf dpa-Anfrage. In der Nacht waren sie zwar aufgerufen worden, sich als Vorsichtsmaßnahme darauf vorzubereiten. Derzeit sehe man aber keinen Anlass mehr dafür. Das sei allerdings eine Momentaufnahme vom Sonntagmittag, betonte die Sprecherin.
In der Nacht waren unter anderem die Örtlichkeiten Plattevenn und Leyloch besonders hervorgehoben worden, weil diese der Sprecherin zufolge besonders nah an der Grenze liegen. Dort hatte man in der Nacht an rund 50 Personen appelliert, zunächst bis zum Abend Häuser und Wohnungen zu verlassen.
Die Feuerfront im belgischen Hohen Venn befindet sich laut Stadt weniger als zwei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Aber: „Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht davon auszugehen, dass das Brandgeschehen auf deutsches Territorium übergreifen wird“, hieß es auf der Homepage der bei Touristen beliebten 12 000-Einwohner-Stadt.
Es sei deshalb weniger die Feuerfront, die aktuell Sorge bereite, erläuterte die Stadtsprecherin, sondern man empfehle den Menschen wegen womöglich gesundheitsgefährdender Rauchbelastung die grenznahen Ortsteile zu verlassen. Jeder Bürger und jede Bürgerin könne selbst entscheiden. Wer Unterstützung brauche, könne sich an die Stadt wenden. Es stehe auch eine Anlaufstelle im Bürgercasino Imgenbroich zur Verfügung. Am Nachmittag werde es eine weitere Lagebesprechung geben.
Belgien hat Nachbarort bereits geräumt
Die belgischen Behörden hatten bereits am Samstagabend die Räumung der unmittelbar westlich an den Ortsteil Kalterherberg angrenzenden Ortschaft Küchelscheid angeordnet. Laut der belgischen Nachrichtenagentur Belga wurden etwa 600 Menschen in zwei Orten angewiesen, ihre Häuser zu verlassen.
Am Abend hatte der Gouverneur der belgischen Provinz Lüttich mitgeteilt, der Waldbrand habe mittlerweile eine Fläche von 2700 Hektar erfasst – was einer Fläche von umgerechnet fast 3800 Fußballfeldern entspricht. Zum Vergleich: Beim Brand im nur 20 Kilometer von Monschau entfernten Hürtgenwald in der Eifel waren nach Angaben des Kreises Düren etwa 300 Hektar Wald vom Feuer betroffen.
Lage in Hürtgenwald entspannt sich
Die Menschen im Hürtgenwald können unterdessen vorsichtig aufatmen. Die Lage habe sich „deutlich entspannt“, teilte der Kreis am Abend mit. Befürchtungen, eine Gewitterfront mit Böen könnte das Feuer neu entfachen, hätten sich nicht bewahrheitet. Zuletzt waren bis zu 1800 Einsatzkräfte beim Löschen beteiligt.
„Die Lage hat sich gebessert, aber das Feuer ist noch lange nicht aus“, sagte ein Sprecher des Kreises Düren der dpa. Unter anderem müssten zahlreiche Glutnester bekämpft werden. Das würde voraussichtlich noch mehrere Tage dauern.

Noch am Abend hatten die Behörden entschieden, dass die Bewohner des Ortsteils Gey in Hürtgenwald in ihre Häuser zurückkehren dürfen. Die gut 1800 Bewohner hatten in der Nacht auf Freitag wegen des Waldbrandes in der Nordeifel das Gebiet verlassen müssen. Die Flammen waren bis auf 250 Meter an Grundstücke herangerückt.
„Eine aktuelle Gefahr durch den Waldbrand besteht nicht mehr. Es ist gelungen, Gey so zu sichern, dass Flammen nicht auf den Ort übergreifen können“, erklärte der Dürener Landrat Ralf Nolten.
Allerdings würden auch in den nächsten Tagen keine ergiebigen Regenfälle erwartet, die die Löscharbeiten deutlich erleichtern könnten, wie eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes sagte.
Hat ein „Idiot das Feuer verursacht“?
Sobald die Löscharbeiten abgeschlossen sind, dürfte sich auch die Frage nach den Schäden und der Ursache des verheerenden Brandes stellen. NRW-Innenminister Herbert Reul und seine Kabinettskollegin, Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (beide CDU), hatten von möglichem menschlichem Fehlverhalten gesprochen. „Irgendein Idiot hat das Feuer verursacht. Und darüber muss man nachdenken, wie verantwortungslos die Leute in der Gegend rumrennen, einfach irgendwas wegwerfen“, sagte Reul.
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