NRW und Potsdam:Neue Großrazzia im Rocker-Milieu

Es geht um eine Massenschlägerei, um illegalen Waffenbesitz und vor allem darum, Stärke zu demonstrieren: Erneut haben mehr als 500 Polizisten in zwei zeitgleichen Aktionen Räume von Rockerbanden in NRW und in Potsdam durchsucht. Die Beamten stellten unter anderem Handys und USB-Sticks sicher, Computer und eine Machete.

Rocker gehen auf Rocker los, es kommt zu einer Massenschlägerei, Messer werden gezückt, am Ende sind drei Männer lebensgefährlich verletzt. Gut vier Monate nach der Auseinandersetzung zwischen Hells Angels und Bandidos in Mönchengladbach ist die Polizei in Nordrhein-Westfalen mit einer Großrazzia gegen die Rockerszene vorgegangen. Unterstützt von Spezialeinsatzkräften durchsuchten die Ermittler am Dienstagabend ein Clubhaus der Hells Angels in Krefeld und einen Sex-Club in Willich am Niederrhein. Außerdem nahmen sich Beamte Privatwohnungen in Krefeld, Düsseldorf, Köln und Solingen vor. Zeitgleich führte auch die Polizei in Potsdam eine Razzia durch. Insgesamt waren mehr als 500 Kräfte im Einsatz.

Razzia bei Hells Angels

Erneut Großrazzia bei den Hells Angels: Am Dienstagabend haben Polizisten, wie hier in Krefeld, Räume von Rocker-Gangs in Nordrhein-Westfalen und Potsdam durchsucht.

(Foto: dapd)

Die Polizisten hätten zwar Personalien festgestellt, es habe aber keine Festnahmen gegeben, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei Mönchengladbach nach der Aktion mit. Ziel sei gewesen, "mögliche weitere Tatbeteiligte der Mönchengladbacher Auseinandersetzung zu identifizieren und weitere Beweismittel aufzufinden", hieß es. Die Beamten stellten unter anderem Computer, USB-Sticks und Handys sicher, die sichergestellten Gegenstände sollen in den nächsten Tagen überprüft werden. Waffen wurden hingegen nicht gefunden.

Anders in Portsdam: Als Beamte das dortige Vereinsheim der Rocker-Gang durchsuchten, fanden sie unter anderem eine Machete, vier Einhandmesser und Pfefferspray, wie die Polizei am späten Abend berichtete. "Wir wissen, dass sich in der Rockerszene etwas getan hat", sagte ein Sprecher der Polizei im Hinblick auf mögliche Überläufer zu anderen Rockerbanden nach Brandenburg. "Dieser Sache will man Herr werden. Wir müssen sehen, dass wir den Überblick nicht verlieren."

In den vergangenen Wochen fanden bundesweit etliche Razzien gegen Ortsgruppen der Hells Angels statt, unter anderem wurde in einer spektakulären Aktion das Anwesen des Hannoveraner Rocker-Chefs Frank Hanebuth durchsucht. Mit diesen Polizeieinsätzen wollen die Ermittlungsbehörden Stärke gegen die Szene demonstrieren. Derzeit laufen mehrere aufsehenerregende Prozesse gegen Hells-Angels-Mitglieder. Vor dem Kieler Landgericht packte zuletzt ein Ex-Rocker aus und belastete Hanebuth damit schwer.

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