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Notstand nach Tropensturm:"Agatha" wütet in Zentralamerika

Der erste Tropensturm der Saison hat in Guatemala, El Salvador und Honduras etwa 100 Menschen in den Tod gerissen. Häuser, Brücken und Straßen wurden zerstört. Viele Einwohner werden noch vermisst.

Durch den tagelangen Dauerregen sind im Mittelamerika bisher etwa 100 Menschen ums Leben gekommen. In Guatemala, das von dem Unwetter am stärksten betroffen ist, kamen mindestens 82 Menschen zu Tode, wie die Zeitung La Prensa Libre unter Berufung auf Angaben von Präsident Álvaro Colom in der Nacht zum Montag berichtete. Die Zahl dürfte noch steigen, hieß es. In El Salvador starben nach vorläufigen Angaben neun und in Honduras vier Personen. In den drei Ländern wurde der Notstand ausgerufen.

Two sisters walk down a street flooded by rains from Agatha in Amatitilan

Zwei Mädchen waten in der Kleinstadt Amatitlán, 25 Kilometer südlich von Guatemala-Stadt, durch die Fluten. In Guatemala wurde ebenso wie in den Nachbarländern El Salvador und Honduras nach tagelangen Regenfällen der Notstand ausgerufen.

(Foto: rtr)

Der Regen wurde von dem ersten Pazifik-Tropensturm des Jahres, Agatha, ausgelöst, der sich bei seinem Weg über die Berge in West-Guatemala zu einem tropischen Tief abschwächte. In allen drei Ländern werden Dutzende Einwohner vermisst. Die Regenmassen zerstörten Brücken und Straßen. Hunderte von Häusern und Schulen wurden beschädigt.

In Guatemala wurden mehr als 110.000 Menschen aus gefährdeten Gebieten in Sicherheit gebracht. 49 Menschen starben nach Behördenangaben allein in der Provinz Chimaltenango unter einer Schlammlawine. Verschlimmert wurde die Lage zudem durch den Ausbruch des Vulkans Pacaya 40 Kilometer südlich von Guatemala-Stadt am Donnerstag. Die Rettungskräfte warnten, dass Flüsse stärker anschwellen könnten als bei früheren Unwettern, da viele Abflusskanäle durch Asche verstopft seien.

Gefahr von Bergrutschen

Nach Angaben des Zivilschutzes war der Vulkan auch am Sonntag noch aktiv, allerdings schien die Intensität nachzulassen. Präsident Colom sprach von der bisher schlimmsten Regenkatastrophe für Guatemala und bat um internationale Hilfe.

Auch in El Salvador und Honduras haben die durch den Wirbelsturm ausgelösten Regen Erdrutsche verursacht und Flüsse über die Ufer treten lassen. Brücken und Straßen wurden von den Wassermassen fortgerissen. Präsident Mauricio Funes forderte die Salvadorianer auf, gefährdete Gebiete zu meiden. Obwohl es am Sonntag nicht mehr so stark regne, bestehe die Gefahr von Bergrutschen. "Das Glas ist so voll, dass ein einziger Tropfen fatal sein kann", warnte er.

© sueddeutsche.de/Reuters/dpa/juwe/kat
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