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Notfälle - Winnenden:45 Jahre 110 und 112: Stiftung fordert bundesweite Standards

Winnenden (dpa) - 45 Jahre nach der Einführung der Notrufnummern 110 und 112 fordert die Björn-Steiger-Stiftung strengere Standards für die Leitstellen. Fragen nach dem Notfallort oder dem Zustand des Verunglückten sollten bundesweit gleich sein. Bislang sei es so, dass dem Anrufer je nach Leitstelle unterschiedliche Fragen gestellt würden, teilte die Stiftung am Mittwoch in Winnenden in Baden-Württemberg mit. Klar definierte Fragen könnten besser durch die schwierige Notsituation führen - diese Zeiteinsparung könne Leben retten.

Standardisierte Abfrageverfahren gibt es den Angaben zufolge etwa in Brandenburg, Berlin, Hamburg und in der Region Bodensee-Oberschwaben in Baden-Württemberg. Niedersachsen habe sogar ein entsprechendes Gesetz. Oft würden die Richtlinien aber fehlen. Die Politik müsse für ein klar definiertes, systematisches Abfrageverfahren sorgen, sagte Stiftungspräsident Pierre-Enric Steiger der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Die Björn-Steiger-Stiftung war 1969 von den Eltern Björn Steigers gegründet worden. Nach einem Unfall ihres Sohnes brauchte der Rettungsdienst fast eine Stunde bis zum Unfallort - der Achtjährige starb. Gründer Siegfried Steiger war nach Stiftungsangaben der Erste, der sich für eine zentrale Notrufnummer stark machte. Die flächendeckende Einführung von 110 und 112 wurde vor 45 Jahren, am 20. September 1973, beschlossen.