Notfälle - Garbsen:39-Jähriger soll nicht wegen Taser-Einsatzes gestorben sein

Deutschland
Der Polizei-Schriftzug steht auf einem Einsatzfahrzeug. Foto: Christoph Soeder/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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Hannover (dpa/lni) - Der Tod eines 39-Jährigen in Garbsen Anfang Oktober ist laut Obduktionsbericht nicht direkt auf den Taser-Einsatz der Polizei zurückzuführen. Das teilte die Staatsanwaltschaft Hannover auf Anfrage der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (HAZ) mit. Die Gerichtsmedizin nennt "multiples Organversagen" und führt an, dass der Mann starker Alkoholiker und damals seit zwei Tagen auf kaltem Entzug war. Obduktion und toxikologisches Gutachten ergaben "keinen direkten Zusammenhang mit dem Taser-Einsatz", sagte Staatsanwaltssprecher Oliver Eisenhauer am Mittwoch der dpa. Spezialkräfte der Polizei hatten den Elektroschocker eingesetzt, um den Mann zu überwältigen, der die Beamten unter anderem mit einem Messer bedrohte. Sie brachten auch dessen Frau in Sicherheit.

Taser verursachen eine kurzzeitige Lähmung im Nervensystem. Aus den Geräten fliegen Pfeilelektroden in den Körper des Angreifers. An daran befestigten Kabeln werden anschließend Stromimpulse abgegeben. Laut Staatsanwaltschaft war der Taser das mildeste Mittel, die Alternative wäre eine Schusswaffe gewesen. Der Mann war dem Behördensprecher zufolge rund 40 Minuten nach dem Einsatz zusammengebrochen und knapp 15 Stunden später in einer Klinik gestorben. Auch der verwendete Taser sei nach dem Tod des 39-Jährigen technisch überprüft worden. In Niedersachsen werden Taser nur von Spezialkräften der Polizei eingesetzt, dafür wird eine spezielle Ausbildung benötigt.

© dpa-infocom, dpa:220216-99-149299/3

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