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Norwegen:Todesopfer nach Erdrutsch geborgen

Vermisste nach Erdrutsch in Norwegen

Norwegen, Ask: Ein Helikopter fliegt über die Stelle, an der ein Erdrutsch zahlreiche Häuser in die Tiefe gerissen oder zerstört hat.

(Foto: Fredrik Hagen/dpa)

Kurz vor dem Jahreswechsel wird eine kleine Gemeinde nördlich von Oslo von einem gewaltigen Erdrutsch heimgesucht. Mehrere Menschen gelten seitdem als vermisst. Die Einsatzkräfte hoffen weiterhin, Überlebende finden zu können.

Nach einem heftigen Erdrutsch in Norwegen haben die Rettungskräfte ein erstes Todesopfer gefunden. Der ums Leben gekommene Mensch wurde am Freitagnachmittag im Unglücksgebiet in der Gemeinde Ask nordöstlich von Oslo entdeckt, wie der polizeiliche Einsatzleiter Roy Alkvist auf einer Pressekonferenz sagte.

Zu Alter und Geschlecht der Person wollte sich die Polizei zunächst nicht äußern. Das Schicksal von mehreren vermissten Menschen war zu dem Zeitpunkt weiter unklar. Die Einsatzkräfte blieben optimistisch, auch zweieinhalb Tage nach dem gewaltigen Abgang noch Überlebende finden zu können.

Der Erdrutsch hatte sich am frühen Mittwochmorgen in Ask in der Kommune Gjerdrum ereignet. Er dehnte sich auf einer Länge von etwa 700 Metern und einer Breite von 300 Metern aus. Mindestens zehn Menschen erlitten Verletzungen. Neun Häuser stürzten in der Folge des Abgangs ein, andere am Rande des entstandenen Kraters waren stark einsturzgefährdet. Etwa 1000 Menschen wurden bislang in Sicherheit gebracht.

Nach Angaben der Rettungskräfte ist tagelanges Überleben möglich

Den Sucheinsatz nach den Vermissten erschwerte neben dem norwegischen Winterwetter vor allem die Begebenheit des Untergrundes: Lange Zeit waren Teile des Unglücksgebiets so instabil, dass es zu gefährlich war, sie zu Fuß zu betreten. Die Einsatzkräfte suchten deshalb unentwegt mit Hubschraubern und Drohnen aus der Luft nach Überlebenden. Am Freitag konnten dann Rettungskräfte und Polizeihunde in die rote Zone des Gebiets hinabgeschickt werden - auch wenn die Lage in dem Gebiet gefährlich blieb.

Man habe weiter die Hoffnung, Überlebende zu finden, sagte Alkvist. Nach Angaben der Rettungskräfte ist es möglich, eine solche Situation tagelang zu überleben, sofern man Zugang zu Sauerstoff hat.

© SZ/dpa/jsa/bavo
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