Nordrhein-Westfalen Verlorener Ehering taucht bei der Karottenernte wieder auf

Beim Säen hatte ein Mann seinen Ehering kurz nach der Goldenen Hochzeit verloren. Drei Jahre später brachte eine Karotte den Ring zurück.

(Foto: dpa)

Ein alter Mann verliert im Garten seinen Ehering. Die Erde gibt ihn zurück - in eine Karotte eingewachsen. Nicht der einzige Fall von Ringen, die an kuriosen Stellen wieder auftauchen.

Von Martin Zips

Es sind diese kleinen, zauberhaften Geschichten, die das Leben so bereichern. Da entdeckt ein 82 Jahre alter Mann in seinem Garten in Bad Münstereifel jenen Ehering wieder, den er hier kurz nach der goldenen Hochzeit verloren hat. Der Ring steckt eingewachsen in einer Karotte. Nach drei Jahren hält er ihn also wieder in seinen Händen. Nur seine Frau, die gibt es nicht mehr.

Der Ring. Schon im Alten Ägypten ein Symbol der Ewigkeit. Ohne Anfang, ohne Ende, sonnengleich. Ein mystischer Gegenstand, der seinem Träger Pflichten aufbürdet (siehe die Übergabe des Ringes an Joseph durch den Pharao im Ersten Buch Mose) und ihm besondere Kräfte verleiht (der lydische König Gyges soll einen unsichtbar machenden Ring besessen haben). So etwas darf nicht verloren gehen.

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Geht es aber manchmal, wie auch im Fall des Rentners T. aus dem Münchner Umland: Im Auftrag seiner Frau, mit der er kurz zuvor Silberhochzeit gefeiert hatte, brachte T. im Oktober 2014 den Plastikmüll zum Container. Dort rutschte ihm der Ring vom Finger und verschwand zwischen leeren Wurstverpackungen. Immerhin gelang es T., den zuständigen Entsorger davon zu überzeugen, den Plastikmüll vor der endgültigen Beseitigung doch bitte noch kurz bei ihm im Vorgarten zwischenzulagern. Und siehe da, T. fand den Ring tatsächlich wieder.

An ein Hausschaf verfüttert - und im Dung wiederentdeckt

Die Rückgabe verschollen geglaubter Familien-Geschmeide durch Nutzpflanzen, wie im Fall Bad Münstereifel, ist freilich noch ein wenig spektakulärer - und doch keineswegs einzigartig. Im Jahr 2010 rutschte in Karbach (Unterfranken) der Hausfrau H. eine Preziose aus der Goldschmiede ihrer Tochter in den fauligen Kompost. Drei Jahre vergingen, doch dann tauchte der Edelmetall-Ring ein paar Meter weiter im Gemüsebeet auf, eingewachsen in einer Kartoffel.

Noch zauberhafter ist die Geschichte jener Schwedin, die im Jahr 1995 ihren Ring in der Küche beim Backen ablegte, um ihn 16 Jahre später im Garten wiederzufinden. Diesmal übrigens wieder von einer Karotte umwachsen. Anders als in Bad Münstereifel hatte der schwedische Ring noch einen Zwischenstopp eingelegt: Die Rekonstruktion ergab, dass er zunächst mit den Küchenabfällen an ein Hausschaf verfüttert wurde, dessen Dung anschließend als Dünger einer privaten Anbaufläche Verwendung fand.

Meist trifft der Ehering-Verlust ältere Menschen

Grundsätzlich fällt beim Studium solcher Kompost-, Plastikmüll- und Darm-Geschichten auf, dass meist eher ältere Menschen unter dem Verlust von Eheringen leiden. Bei Jüngeren, wie zuletzt einem jungen Mann aus der chinesischen Provinz Guangxi, brauchte es schon die Feuerwehr, um ihn von seinem Ring zu trennen. Bei dem Chinesen hatte sich der Ehering an ein Körperteil verirrt, welches zumindest während mitteleuropäischer Trauungszeremonien meist unter Verschluss bleibt.

Und doch kann man so viel von den Jüngeren lernen! So kann beispielsweise Brandon Schumacher aus Oregon seinen kürzlich während seiner Hochzeitsreise auf Hawaii verlorenen Ring aus zwei Gründen wieder an seinem Finger tragen. Erstens hatte jemand den Ring zufällig im seichten Meer gefunden. Und zweitens hatten die Schumachers darauf nicht nur ihre Vornamen eingravieren lassen, sondern auch die Koordinaten ihrer Hochzeitskirche. Da brauchte es dann gar keine Karotte mehr.

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