bedeckt München 22°
vgwortpixel

New Yorker trauern um Eisbären Gus:Eine Legende ist tot

Für viele gehörte er ebenso zu New York wie Woody Allen und Hotdogs: Eisbär Gus.

(Foto: AFP)

Er war der unangefochtene Star des Zoos im New Yorker Central Park, nun musste Eisbär Gus wegen einer Tumorerkrankung eingeschläfert werden. Seit 1988 hatte Gus Millionen Schaulustige angezogen - indem er sich wie ein typisch neurotischer New Yorker verhielt.

Der Zoo im New Yorker Central Park trauert um seinen wohl beliebtesten Bewohner: Eisbär Gus wurde im Alter von 27 Jahren eingeschläfert, teilte die Wildlife Conservation Society (WCS) mit. Zuvor war ein großer und unheilbarer Tumor in der Schilddrüse des Bären entdeckt worden.

Gus zog die Besucher ähnlich in seinen Bann wie sein im März 2011 verstorbener Artgenosse Knut im Berliner Zoo. Gus lebte seit 1988 im Zoo von Manhattans größtem Park und lockte seitdem etwa 20 Millionen Schaulustige an. Der Eisbär wurde zum Markenzeichen des Zoos und war das Gesicht zahlreicher Werbekampagnen.

Seine Leidenschaft fürs Schwimmen - offenbar Ausdruck seiner Langeweile - machte Gus berühmt. Gus habe sich "wie ein stinknormaler New Yorker" verhalten, schrieb die New York Times anerkennend in einem Nachruf: "Er war neurotisch."

Weil er wie besessen seine Runden im Becken drehte, wurde Mitte der neunziger Jahre ein spezielles Beschäftigungsprogramm aufgelegt, um den Eisbären abzulenken. Unter anderem musste Gus fortan nach seinem Essen suchen. 1995 beschäftigte sich sogar ein Buch mit dem Seelenleben des Eisbärs.

"Gus war eine Legende des Central Park Zoos und eine Quelle großer Freude für unsere Besucher und unser Personal", sagte WCS-Vizepräsident Jim Breheny.

Gus sei auch ein wichtiger Botschafter für seine Artgenossen gewesen: Er habe ein Bewusstsein für die Probleme der Eisbären in freier Wildbahn geschaffen, die mit der Veränderung ihres Lebensumfelds zu kämpfen hätten. Die durchschnittliche Lebenserwartung für männliche Eisbären in Gefangenschaft liegt laut WCS bei 20,7 Jahren. Gus' Freundin Ida war bereits vor zwei Jahren an Krebs gestorben.