SZ-Kolumne „Mitten in …“Ich komme in Frieden!

Lesezeit: 2 Min.

Illustration: Marc Herold

Hallo, Security? Vor einem gut geschützten Broadway-Theater in New York wird ein SZ-Autor Zeuge eines dreisten Einbruchsversuchs. Drei Anekdoten aus aller Welt.

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Mitten in ... New York

„Not you again“, schrillt es von der anderen Straßenseite herüber. Nicht du schon wieder. Der Security-Mitarbeiter eines Broadway-Theaters stürmt ins Gebäude. Seine Arme kreisen, und ein wenig sieht es aus, als würde er abheben wollen. Er ist sichtlich genervt, aber nicht zwingend böse, eher belustigt. Was ist da los? Ein Straßenseitenwechsel, einmal schräg über die 46th Street, an hupenden Taxen vorbei. Vor dem Theater kommt einem der Luftstrom einer Klimaanlage entgegen. Und eine Taube. Dicht gefolgt vom immer noch um sich wirbelnden Sicherheitsmann. Der will den Vogel offenbar verscheuchen, das Tier aber lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Irgendwann hüpft die Taube dann doch auf den Bürgersteig. Und der Mitarbeiter sperrt schnell die Türen zu, zischt: „Wenn du noch ein drittes Mal vorbeikommst, dann ...“ Max Fluder

Illustration: Marc Herold

Mitten in … Bergamo

„Seht zu, dass ihr früh da seid, sonst ist es zu voll“, hatte die Freundin gesagt. Also auf geht’s um neun Uhr zum Sightseeing in Bergamo. Tatsächlich kommt man sehr gut durch die malerische Città Alta, ohne Gedränge. Der Dom ist fast menschenleer, und in der Seilbahn nach San Vigilio findet sich sogar ein Sitzplatz. Einen Hügel-Rundgang und Abstieg per pedes später ist man erneut im Altstadtgassengewirr angekommen – nunmehr deutlich belebter. Französische, englische, slawische Klänge dringen ans Ohr, und am Souvenirladen, der neben Schneekugeln und Kühlschrankmagneten auch Rauchwaren führt, ein Dialog in breitem Österreichisch: „Waast am Günter sein Tabak?“ „Kamel – oder?“ Noch bevor der nächste Bus weitere Touristenströme ausspucken kann, tritt man geordnet den Rückzug an. Früh da sein ist schon schön. Michaela Pelz

Illustration: Marc Herold

Mitten in ... München

Angeblich nur circa sechs Minuten beträgt die durchschnittliche Verweildauer in Kirchen. Es geht aber auch deutlich kürzer: Vor der Asamkirche in München, die zu den bedeutendsten Barockkirchen Deutschlands zählt, stehen zwei Touristinnen, mutmaßlich Mutter und Tochter. Beide rauchen. Dann entschließen sie sich zur Besichtigung. Doch wohin nur mit den eben erst angezündeten Zigaretten? Einfach wegschnippen? Bei diesen heftigen Tabakpreisen? Da überlässt die Jüngere der Älteren ihren Glimmstängel und verschwindet mit aufgepflanztem Handy eiligst in das Gotteshaus. Nach gefühlt nicht einmal einer halben Minute ist sie wieder zurück, die Szene wiederholt sich eins zu eins. Die Ältere drückt der Jüngeren die glühenden Zigaretten in die Hand und ab geht’s in die Kirche. Minuten später ziehen die Frauen qualmend von dannen. Werner Schmidt

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