New Jersey:Chris Christies umstrittener Familienausflug

Nationalparks in New Jersey geschlossen

Bis auf weiteres geschlossen: Gouverneur Christie hat wegen eines Budgetstreits über das lange Wochenende die Schließung der Nationalparks in New Jersey angeordnet.

(Foto: dpa)

Eigentlich war der Island Beach am Wochenende für die Öffentlichkeit gesperrt. Für eine Familie galt das offenbar nicht: die von New Jerseys Gouverneur Christie.

Allein mit der Familie an einem menschenleeren Strand die Füße hochlegen - wer möchte das nicht? Der 4. Juli ist in den USA Nationalfeiertag. Viele Amerikaner haben das verlängerte Wochenende am Meer verbracht. Entsprechend gut besucht waren die Strände. Wer die Einsamkeit suchte, musste schon ein besonderes Plätzchen kennen. Oder über politischen Einfluss verfügen, wie es scheint.

Nach einem Haushaltsstreit hatte die Regierung über das lange Wochenende einen "Shutdown" angeordnet. Die Regierung des Bundesstaats stand still, auch Parks, die von der Regierung betrieben werden, waren geschlossen. Urlauber, die den Island Beach State Park in New Jersey besuchen wollten, wurden deshalb von der Polizei weggeschickt. Eine Familie verbrachte ihr Wochenende trotzdem dort: die des republikanischen Gouverneurs Chris Christie.

Ein von der lokalen Nachrichtenseite NJ.com veröffentlichtes Foto von Sonntagmittag zeigt den Politiker mit seiner Frau und weiteren Verwandten am Strand. Während Christie es sich in einem Klappstuhl gemütlich gemacht hat, spielt die Familie Ball am menschenleeren Ufer. Als er bei einer Pressekonferenz am Sonntagnachmittag gefragt wird, ob er in der Sonne war, erklärt Christie laut US-Medien-Berichten: "Ich habe heute keine Sonne abbekommen."

Erst als das erste Foto später publik wird, schiebt sein Sprecher hinterher: "Ja, der Gouverneur war heute kurz am Strand und hat mit seiner Frau und seiner Familie gesprochen, bevor er ins Büro gegangen ist. Er hat aber keine Sonne abbekommen, er hatte eine Baseball-Kappe auf."

Offenbar hat Christie das Wochenende mit seiner Familie in einem Strandhaus der Regierung verbracht. Reportern erklärte er, das Haus gehöre nicht offiziell zum gesperrten Island Beach State Park und seine Familie würde zudem keine Staatsdienste in Anspruch nehmen. Auf die Frage, ob sein Verhalten fair sei, sagte er nur: "Lassen sie sich zum Gouverneur wählen, dann können sie auch so eine Residenz haben."

Republikaner Christie, Unterstützer von Präsident Donald Trump, gilt als volksnah und rhetorisch begabt, schießt mit seinen Sprüchen allerdings immer wieder übers Ziel hinaus. Seine politischen Methoden sind in New Jersey seit dem "Bridgegate"-Skandal von 2013 durchaus umstritten: Damals arrangierten seine Mitarbeiter ein Verkehrschaos auf der Brücke nach New York, um einem politischen Gegner zu schaden.

© SZ.de/afis/feko
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