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Neuseeland: Heimreise von "Happy Feet":Selbst ist der Pinguin

Ganz Neuseeland rätselt, wie ein verirrter Kaiserpinguin zurück in die Heimat kommt. Ein Millionär wollte dem Antarktis-Bewohner für die Rückreise sogar eine Kajüte auf einem Eisbrecher buchen. Doch eine Expertenkommission hat entschieden: "Happy Feet" muss zurückschwimmen.

3000 Kilometer ist der Kaiserpinguin "Happy Feet" geschwommen, doch nun sollen die Strapazen umsonst gewesen sein: Der vor drei Wochen in Neuseeland gestrandete Pinguin soll genau dahin zurück, wo er hergekommen ist - in die Antarktis. "Das ist schließlich seine Heimat", erklärt Peter Simpson von der neuseeländischen Tier- und Umweltschutzbehörde.

Pinguin auf dem OP-Tisch: Im Zoo von Wellington wurden dem verirrten Antarktis-Bewohner "Happy Feet" Sand und Steine aus dem Magen entfernt.

(Foto: AP)

Wahrscheinlich im September soll Happy Feet, der nach einer Trickfilmfigur benannt ist, seine Heimreise antreten. Über die Frage, wie sie bewerkstelligt werden soll, diskutiert ganz Neuseeland. Happy Feets Rückkehr ist zur Mission einer ganzen Nation geworden.

Ursprungsort - unbekannt

Eine "Pinguin-Beratungsgruppe" wurde gegründet, ihr gehören Wissenschaftler, Zoo-Ärzte und Naturschützer an. Sie haben entschieden: Happy Feet muss selbst zurückschwimmen.

Ein Millionär hatte zwar noch angeboten, dem Kaiserpinguin für die Rückreise eine Kajüte auf einem Eisbrecher zu buchen, das kam für die Expertenkommission jedoch nicht in Frage. "Er ist noch ein Jungtier, und die leben meist auf dem Treibeis der Antarktis", sagt Peter Simpson. Happy Feet solle auch genau dorthin zurückkehren und nicht etwa aufs antarktische Festland. Außerdem könnte sich das Tier auf einer Reise Keime einfangen und damit später seine Artgenossen anstecken.

Stattdessen soll nun ein Fischerboot den kleinen Pinguin in den Ozean südöstlich von Neuseeland bringen. Etwa auf Höhe des 50. Breitengrads wollen Tierschützer ihn dann aussetzen, den restlichen Weg soll Happy Feet selbst schwimmen. Wie weit, weiß niemand. "Wir haben ja keine Ahnung, wo er genau ursprünglich herkommt", sagt der Tierschützer Peter Simpson.

Vor der Rückreise des Pinguins müsse ohnehin erst Geld für die Überfahrt gesammelt werden. Derzeit sei Happy Feet auch nicht fit genug. "Jetzt würde er das nicht schaffen, er würde vor Erschöpfung sterben."