Süddeutsche Zeitung

Neuer Zwischenfall bei Kreuzfahrtriese Carnival:Arbeiter nach Sturm im Hafen von Alabama vermisst

Im Februar trieb die "Triumph" tagelang führerlos im Golf von Mexiko, jetzt sollte sie in einem Hafen in Alabama gewartet werden. Doch auch dort sorgt das Carnival-Kreuzfahrtschiff noch für Negativschlagzeilen: In einem Sturm riss sich der Koloss los, zwei Männer stürzten ins Wasser.

Das verheerende Unglück der Costa Concordia, eine Strompanne, die die Carnival Triumph tagelang im Golf von Mexiko treiben ließ, Ausfälle auf der Carnival Legend und der Carnival Dream: Der Kreuzfahrtriese Carnival kommt seit Jahren nicht mehr recht aus den Negativschlagzeilen. Jetzt wird sogar von einem Schiff eine Panne gemeldet, das vorübergehend aus dem Verkehrt gezogen ist: Die Triumph hat sich im Hafen von Mobile im US-Bundesstaat Alabama losgerissen.

Hurrikanartige Windböen lösten das 274 Meter lange Schiff vom Dock. In unmittelbarer Nähe wehte der Sturm eine Hütte des Sicherheitspersonals ins Wasser. Ein Hafenarbeiter wurde gerettet, ein weiterer Mann wird noch vermisst. Mit den Arbeiten auf der Triumph hatten die beiden jedoch nicht direkt zu tun.

Die etwa 800 Personen, die sich zum Zeitpunkt des Zwischenfalls nach Konzernangaben an Bord befanden, blieben unverletzt. Wie amerikanische Medien berichteten, standen sie an den Fenstern und der Reling der Triumph. Der Schiffskoloss krachte zunächst in einen Frachter und trieb dann stundenlang im Hafen von Mobile, bis es mithilfe von vier Schleppern gelang, das Schiff wieder am Pier zu sichern. Es blieb bis auf einen kleinen Riss unbeschädigt.

Die Triumph liegt derzeit in Alabama vor Anker, nachdem im Februar ein Brand im Maschinenraum das Schiff manövrierunfähig gemacht hatte. Die gut 3000 Passagiere waren tagelang ohne funktionierende Sanitäranlagen und nur notdürftig mit Nahrungsmitteln versorgt. Verletzt wurde bei dem Zwischenfall zwar niemand, allerdings beklagten sich Reisende über unhaltbare Zustände an Bord.

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