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Neue europäische Lotterie:Eurojackpot wächst weiter

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Sieben Länder, sieben Zahlen, 175 Millionen potentielle Gewinner: Zum ersten Mal wurden die Gewinnzahlen des Eurojackpot gezogen. Doch zum Auftakt hatte niemand die richtige Kombination. Experten zweifeln an der neuen Lotterie.

Der mit Spannung erwartete Eurojackpot ist zum Auftakt nicht geknackt worden. Die Ziehung im finnischen Helsinki ging nach Angaben der federführenden Gesellschaft Westlotto reibungslos über die Bühne. Jedoch hatte keiner der Millionen Tipper in den sieben beteiligten Ländern die richtige Kombination. Die Gewinnzahlen lauten: 5, 8, 21, 37, 46 (5 aus 50) sowie 6 und 8 (2 aus 8).

Bis Freitagabend um 19 Uhr konnten Tippscheine in Deutschland, der Niederlande, Dänemark, Italien, Finnland, Estland und Slowenien abgegeben werden. Die Ziehung fand um 21 Uhr im finnischen Helsinki statt. Da drei der beteiligten sieben Länder gegen 23 Uhr eine Ziehungsshow zeitversetzt im Fernsehen zeigten, blieben die Zahlen etwa zwei Stunden lang geheim.

Jede Woche sollen künftig mindestens zehn Millionen Euro ausgeschüttet werden. Der Jackpot kann auf bis zu 90 Millionen Euro anwachsen. Es gibt zwölf Gewinnklassen. Zum Zeitpunkt der Bekanntgabe der Gewinnzahlen stehen auch die Gewinnquoten fest, sodass die Spielteilnehmer bereits am Samstag in den Annahmestellen ihre Gewinne abholen können. "Es steht sofort fest, wer gewonnen hat - und wie viel", sagte Westlotto-Geschäftsführer Theo Goßner im Vorfeld der Ziehung.

Höhere Gewinnchancen als bei "6 aus 49"

Mit dem neuen Glücksspiel wollen die Lotterien 175 Millionen Menschen in Europa ansprechen und auch Umsatzrückgänge bei klassischen Spielen wie dem deutschen "6 aus 49" abfedern. Die Hälfte der Erlöse soll zurück an die Tipper fließen, rund 40 Prozent der deutschen Einnahmen könnten als Fördergelder an die Länder abgeführt werden.

Die Chancen auf den Jackpot stehen rechnerisch besser als bei "6 aus 49": Beim Eurojackpot können Spieler mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:59 Millionen gewinnen, bei der klassischen Variante liegt diese bei 1:139 Millionen. Eine erhöhte Suchtgefahr sehen die Veranstalter nicht. Gegen Ende des Jahres soll eine Studie die Auswirkungen der Lotterie untersuchen.

Aber besonders die Ankündigung einer höheren Gewinnwahrscheinlichkeit sehen Experten kritisch: "Das verstärkt das Gefühl: Da muss ich mitmachen, da sind die Chancen gut. Man muss aber davon ausgehen, dass sie sowas von irreal sind", sagte Gabriele Bartsch, Referentin für Grundsatzfragen bei der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen in Hamm. Allerdings sei bei Lotterien die Gefahr der Abhängigkeit im Vergleich zu anderen Glücksspielarten, insbesondere dem Automatenspiel, relativ gering, schränkte sie ein.

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