Nepal:Fast alle Bergsteiger vom Mount Everest gerettet

Derweil sind am Mount Everest fast alle Abenteurer ins Tal geflogen worden. Bergsteiger Daniel Mazur schrieb aus Camp 1 oberhalb des Basislagers: "Wir sind die letzten neun Sherpas und acht Kletterer am Everest." Die Helikopter-Landestelle liege auf 6100 Metern Höhe. "Sonnig und wolkenlos, aber das Warten ist schwer", teilte er via Twitter mit.

Mehr als 100 Bergsteiger saßen am Berg fest, weil die Aufstiegsroute - dazu gehören Leitern und Seile durch einen Gletscher - durch Lawinen zerstört worden war. Zum Zeitpunkt des Unglücks hielten sich zudem etwa 1000 Menschen im Basislager auf, die zum Teil gerettet werden mussten. Der bekannte US-Bergsteiger Alan Arnette schrieb aus dem Basislager, fast alle Teams um ihn herum hätten das Camp verlassen oder bereiteten sich darauf vor. Sie würden in dieser Saison den Everest nicht mehr von der Südseite aus besteigen. "Einige kleine Teams werden in ein paar Tagen entscheiden", schreibt er in seinem Blog.

Bislang wurden insgesamt 205 Bergsteiger am höchsten Berg der Welt gerettet, sagte ein örtlicher Polizeisprecher am Dienstag. Die Polizei sprach von 17 Menschen, die durch eine Lawine im Everest-Basislager ums Leben gekommen seien. Ein Sprecher der Tourismusbehörde gab die Zahl mit mindestens 20 an. Das indische Militär, das bei der Rettungsaktion mithalf, sprach von 22 Toten.

52 Experten treffen in Nepal ein

Unterdessen trafen weitere Bergungsspezialisten und medizinisches Personal aus Deutschland in Nepal ein. Ein Team aus 52 Experten sei am Dienstagmorgen in Kathmandu eingetroffen, teilte die auf die Bergung von Erdbebenopfern spezialisierte Hilfsorganisation I.S.A.R. Germany mit. Sie würden mit Rettungshunden und Spezialtechnik nach Verschütteten suchen.

Die Organisation werde in der Erdbebenregion zudem ein Feldlazarett aufbauen, um Verletzte medizinisch versorgen zu können. Teamleiter Thomas Laackmann sagte, es gebe auch Pläne, in einem Ort etwa 60 Kilometer von Kathmandu entfernt aktiv zu werden.

Das Erdbeben der Stärke 7,8 hatte am Samstag große Teile Nepals sowie die angrenzenden Länder Indien und China erschüttert. Im Bebengebiet leben nach UN-Angaben etwa 6,6 Millionen Menschen. Wie viele davon stark betroffen sind, ist laut Ewert noch nicht abzusehen. Seine Organisation höre immer wieder, dass im Epizentrum die meisten Häuser zerstört seien. "Aber die Region ist noch völlig unzugänglich."

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