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Promis der Woche:Wenn Schlager wahr werden

Natalie Portman

Was für ein Auftritt: Natalie Portman bei den Oscars.

(Foto: Jordan Strauss/AP)

Natalie Portman gewinnt den Oscar in der inoffiziellen Kategorie "Best Dressed" - und wird dafür kritisiert. Michelle soll ihrer Tochter den Freund ausgespannt haben, und die Queen hat das nächste Familiendrama.

Streit um Oscar-Outfit

Das Promi-Event der Woche war natürlich die Verleihung der Oscars in der Nacht auf Montag. Den aufsehenerregendsten Auftritt lieferte wohl Schauspielerin Natalie Portman. Aus Protest, dass keine Frau unter den Nominierten für die beste Regie war, trug sie bei der Verleihung ein Cape, in dessen Borte die Namen acht preiswürdiger Regisseurinnen eingestickt waren. "Ich wollte die Frauen würdigen, die hier trotz ihrer unglaublichen Arbeit nicht gewürdigt werden", sagte sie. Wer am Ende in der inoffiziellen Kategorie "Best Dressed" abräumte, stand damit auch gleich fest. Gegen solch subtile Sticheleien konnten all die schulterfreien Roben einpacken.

Allerdings bekam sie für die Aktion nicht nur Beifall: Kollegin Rose McGowan warf Portman auf Facebook Heuchelei vor. Der Auftritt sei "zutiefst beleidigend" für diejenigen, die "die tatsächliche Arbeit" machten. Anstatt selbst mit Regisseurinnen zu arbeiten, habe sie nur eine Rolle gespielt. Das sei alles andere als mutig. Portman reagierte prompt: Sie stellte klar, dass sie ihren Auftritt ebenfalls nicht als mutig empfinde. Mutig seien jene Frauen, die gegen Harvey Weinstein ausgesagt hätten, der derzeit in New York vor Gericht steht. McGowan wirft dem Produzenten Vergewaltigung vor und war eine der ersten Frauen, die mit ihren Vorwürfen an die Öffentlichkeit gingen und so die "Me Too"-Bewegung begründeten.

Streit um Freund

Echo 2018

Mutter und Tochter mögen offenbar denselben Mann.

(Foto: picture alliance / Britta Peders)

Die Promi-Geschichte der Woche dagegen kommt aus Deutschland. Die Rede ist von Schlagersängerin Michelle, 47, die ihrer Tochter Marie-Louise, 19, den Freund ausgespannt haben soll. Die Klatschpresse hyperventiliert: ein echtes Familiendrama in der heilen Schlagerwelt, in der man sich sonst höchstens ganz friedlich und freundlich trennt (Helene Fischer und Florian Silbereisen). Die amourösen Verwicklungen im Fall Hewer (Michelle heißt bürgerlich Tanja Gisela Hewer) könnten aber fast selbst aus einem Schlager stammen.

Da wären zum einen die beiden Protagonistinnen: zwei blonde Damen, die gerne kurze Glitzer-Outfits tragen. Ihr Auserwählter: der Leipziger Geschäftsmann Steve Feige, 40. Der wiederum bestreitet, der Ex von Marie-Louise zu sein. Marie-Louise, selbst angehende Schlagersängerin, allerdings bestätigte der Bild-Zeitung gerade die Gerüchte. Ihr knapper Kommentar: "Ja so war es." Marie-Louises Vater Matthias Reim, ebenfalls Schlagersänger, fasst das Ganze etwas emotionaler in Worte: "Ich glaube Marie-Louise jedes Wort. Sie war gerade zehn Tage bei mir und hat nur geweint." Das klingt doch fast wie der Text eines Songs.

Gefragt: Royales Krisenmanagement

Die Queen mit ihrer bald Ex-Schwiegertochter Autumn Phillips.

(Foto: AFP)

Ähnlich turbulent wie bei den deutschen Schlagerstars geht es derzeit bei den britischen Royals zu: der Megxit, die Missbrauchsvorwürfe gegen Prinz Andrew, Prinz Philips Autounfall - die Queen plagt sich mit vielen Sorgen. Erneut ist nun das Krisenmanagement von Elizabeth, 93, bei privaten Dramen gefragt. Gerade wurde bekannt, dass ihr eine Schwiegerenkelin abhandenkommt: Autumn Phillips, bislang Ehefrau des ältesten Queen-Enkels Peter Phillips, 42. Der Sohn von Prinzessin Anne führt ein bürgerliches Leben. Er ist seit zwölf Jahren mit der gebürtigen Kanadierin Autumn verheiratet. Erst kürzlich war Phillips in die Kritik geraten, da er Werbung für Milch von der britischen Insel Jersey im chinesischen Fernsehen machte und in der Anzeige als Mitglied der britischen Königsfamilie tituliert worden war. Er hat allerdings keine royalen Aufgaben.

Nun hat der Queen-Enkel gravierendere Probleme - und seine Oma wohl auch: Nach Megxit und Brexit folgt der Autumnxit. Man werde sich "traurig, aber einvernehmlich" scheiden lassen, teilte das Paar mit. So sei es das Beste für die Kinder Isla, 7, und Savannah, 9. Glaubt man der britischen Boulevardpresse, sind zahlreiche Geschäftsreisen schuld, dass die beiden sich entfremdet hätten. Die Queen soll bereits im vergangenen Jahr über die Trennung informiert worden sein.

Spekulationen über Einkommen

Prinz Harry und Herzogin Meghan

Prinz Harry und Herzogin Meghan im September, inzwischen haben sie sich von ihren königlichen Pflichten zurückgezogen.

(Foto: dpa)

Auch der Megxit beschäftigt natürlich weiter die Presse auf der Insel. Prinz Harry hat mit einer Rede bei einem Bank-Event in den USA gerade Spekulationen über sein künftiges Einkommen ausgelöst. Verschiedene Medien berichteten, Harry habe dort darüber gesprochen, wie er mit dem Tod seiner Mutter, Prinzessin Diana, umging. Auch seine Frau, Herzogin Meghan, soll bei dem Event dabei gewesen sein. Ob Harry für seinen Auftritt bezahlt wurde, ist nicht bekannt. Das hielt die Yellowpress aber nicht davon ab, über ein Honorar in erheblicher Höhe zu spekulieren.

Harry und Meghan hatten im Januar angekündigt, sich von ihren royalen Aufgaben teilweise zurückzuziehen und "finanziell unabhängig" zu werden. Später einigten sie sich mit dem Königshaus auf einen klaren Bruch. Demnach verzichtet das Paar auf die Anrede "Königliche Hoheit" und nimmt keinerlei offizielle Aufgaben mehr für die Royals wahr. Sie erhalten damit künftig auch keine Aufwandsentschädigungen vom Geld britischer Steuerzahler. Der weitaus wichtigere Teil ihres Einkommens stammt aber ohnehin von der "Duchy of Cornwall", dem Land- und Immobilienbesitz von Harrys Vater Prinz Charles, der als Privatvermögen gilt. Eigentlich sollte die neue Regelung nach dem Megxit erst im Frühjahr in Kraft treten.

Scheidung per SMS

Pamela Anderson trennt sich vom fünften Ehemann

Nur zwölf Tage hielt die Ehe von Pamela Anderson und ihrem fünften Ehemann, Hollywood-Produzent Jon Peters.

(Foto: dpa)

Mehr Erfahrung mit privaten Dramen hat Pamela Anderson, die gerade zum fünften Mal geheiratet hat - und sich gleich wieder trennte. Aber von Anfang an: Zunächst hatten Anderson und Filmproduzent Jon Peters, 74, Ende Januar im kleinen Kreis geheiratet. Sie würde ihn inspirieren und auf gute Weise "wild" machen, hatte Peters kürzlich gesagt, 35 Jahre lang habe er sich immer Pamela als Partnerin gewünscht. Anderson beschrieb Peters als ihre große Liebe. Er sei Hollywoods "Bad Boy" gewesen, das habe ihr früher etwas Angst gemacht. Doch er sei immer für sie da gewesen. Und nun also die Hochzeit.

Zwölf Tage später war es das mit der großen Liebe aber schon wieder. Sie und ihr Ehemann wollten sich getrennt voneinander Zeit für Überlegungen nehmen, was sie "vom Leben und voneinander" wollen, teilte Anderson mit. Das Leben sei eine Reise und die Liebe ein Prozess. "Mit dieser universellen Wahrheit im Kopf haben wir uns gemeinsam entschieden, dem Prozess zu vertrauen und die Anerkennung unserer Eheurkunde aufzuschieben." Diese Woche hat sich auch Peters zum Ende der Ehe geäußert. Offenbar ist er ein Freund dürrerer Worte. Laut dem amerikanischen Magazin US Weekly beendete er seine Ehe, indem er eine SMS schrieb: "Diese ganze Ehesache hat mir Angst gemacht. Ich habe erkannt, dass ich mit 74 ein einfaches, ruhiges Leben brauche und keine internationale Liebesaffäre."

© SZ/afis/ick
Vor Gericht Schuld und Bühne

Harvey Weinstein

Schuld und Bühne

Der Filmproduzent Harvey Weinstein soll Frauen missbraucht und vergewaltigt haben. Während die Welt ihr Urteil längst gefällt hat, läuft in New York der Prozess gegen ihn.   Von Johanna Bruckner

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