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Namensstreit:Münsteraner stimmen gegen Hindenburgplatz

Schlossplatz bleibt Schlossplatz. Der zweitgrößte innerstädtische Platz Europas wird nicht wieder nach dem umstrittenen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg benannt. In Münster hat sich eine Mehrheit der Bürger gegen die Umbenennung ausgesprochen.

Die Menschen in Münster haben sich gegen die Umbenennung des Schlossplatzes in Hindenburgplatz ausgesprochen. In einem Bürgerentscheid votierten 59,4 Prozent der Wähler gegen einen entsprechenden Vorstoß der Bürgerinitiative "Pro Hindenburgplatz". Die Wahlbeteiligung lag bei 40,3 Prozent. Zu der Abstimmung waren rund 239.000 Münsteraner aufgerufen. Die Bürgerinitiative hatte den Bürgerentscheid mit einer Unterschriftensammlung durchgesetzt.

Der zweitgrößte innerstädtische Platz Europas trug 85 Jahre lang den Namen des umstrittenen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. Im März 2012 beschloss der Stadtrat die Umbenennung des Platzes vor dem Schloss. Seitdem debattieren die Bürger über den Sinn der Namensänderung.

Die Gegeninitiative "Schlossplatz" warb gegen die erneute Umbenennung. Bis auf die CDU sprachen sich auch alle Ratsfraktionen für den Namen Schlossplatz aus. Die Christdemokraten ließen ihre Position aufgrund von Befürwortern und Gegnern in den eigenen Reihen jedoch offen.

Der Streit über die Namensnennung des Platzes hatte in den vergangenen Wochen zu heftigen Diskussionen in der Stadt geführt. Paul von Hindenburg (1847-1934), der während des Ersten Weltkriegs gemeinsam mit Erich Ludendorf die Oberste Heeresleitung innehatte, war 1925 als Nachfolger von Friedrich Ebert zum zweiten Reichspräsidenten der Weimarer Republik gewählt worden. In dieser Funktion ernannte er 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler.

© Süddeutsche.de/dapd/dpa/fzg/olkl

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