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Nach Unglück in Paris:Flughafen erwägt Totalabriss von Terminal

Einen Tag nach dem Einsturz einer neu erbauten Durchgangshalle auf dem Pariser Flughafen haben die Rettungskräfte die Zahl der Todesopfer nach unten korrigiert.

Bei dem Unglück kamen nach neuen Angaben von Feuerwehrkommandant Frédéric Monard vier Menschen ums Leben. Drei weitere Menschen seien leicht verletzt worden, sagte der Leiter der Rettungsarbeiten am Montagmorgen auf dem Flughafengelände in Anwesenheit von Premierminister Jean-Pierre Raffarin.

Chaos aus Beton und Glas: Die Halle könnte nun komplett abgerissen werden.

(Foto: Foto: dpa)

Die Ursache für den Einsturz der modernen Halle des Terminals 2E aus Beton, Metall und Glas war weiter unklar. Nach Angaben der Betreibergesellschaft Aéroports de Paris (ADP) wird womöglich das gesamte Flughafenterminal aus Sicherheitsgründen abgerissen.

Nach dem Unglück hatten die Rettungskräfte die Zahl der Toten zunächst mit fünf angegeben. Nach Angaben eines Rettungshelfers markierten Suchhunde nach dem Einsturz der Durchgangshalle fünf verschiedene Fundstellen. Eine der Leichen sei jedoch in zwei Teile getrennt worden.

Nach Monards Worten suchten am Montagmorgen noch 50 Rettungskräfte in den Trümmern nach möglichen weiteren Opfern. Die Durchgangshalle hatte am Sonntagmorgen nachgegeben und war auf einer Länge von etwa 30 Metern eingestürzt.

Sollte sich die Abflughalle als irreparabel erweisen, "werden wir selbstverständlich alles niederreißen", sagte ADP-Chef Pierre Graff einer französischen Tageszeitung. Es solle kein Risiko eingegangen werden. Vorsorglich werde die gesamte Abflughalle geschlossen.

Nach Graffs Worten gibt es noch keine Hinweise auf die Ursache des Unglücks. Den Architekten und Ingenieuren gehe es wie ihm selbst: Sie seien "völlig verblüfft, sie verstehen es nicht". Die Flughafengesellschaft übernehme die volle Verantwortung und werde gegebenfalls auch die betroffenen Familien entschädigen, sagte der ADP-Vorsitzende.