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Nach Triebwerksproblemen bei Qantas:A380: Mit halber Kraft voraus

Die australische Fluglinie Qantas will einen Teil ihrer Airbus-Superjumbos wieder in Betrieb nehmen. Allerdings könnte der erste Flug von Sydney nach London etwas länger dauern als bisher.

Drei Wochen nach einer gefährlichen Triebwerkspanne will die australische Fluggesellschaft Qantas seine Airbus A380-Flotte ab Samstag wieder in Betrieb nehmen. Qantas-Chef Alan Joyce kündigte am Dienstag an, er werde bei dem ersten Flug nach der Zwangspause von Sydney nach London mit an Bord des Superjumbos sein. "Wir sind mit dem Betrieb des Flugzeugs völlig zufrieden", sagte Joyce in Sydney.

A380 bei Airbus in Finkenwerder

Am Samstag soll der erste A380 der australischen Qantas wieder abheben, allerdings vorerst nicht mit voller Leistung. 

(Foto: dapd)

Nach umfassenden Überprüfungen in Zusammenarbeit mit Airbus und Rolls-Royce fühle Qantas sich vollständig wohl mit dem Einsatz des Flugzeuges, erklärte Joyce. Der Airbus A380 sei 19 Tage am Boden geblieben, nun sei es angemessen, den Betrieb noch diese Woche wieder aufzunehmen. Qantas habe 16 Triebwerke seiner A380-Flotte überprüft und repariert. Die Techniker hätten sich von der Flugsicherheit der Maschinen überzeugt.

Zunächst sollten zwei der sechs Großflugzeuge wieder eingesetzt werden, bis Weihnachten sollen dann vier A380-Maschinen wieder im Liniendienst fliegen. Bis auf weiteres sollen die Maschinen aber nicht mit voller Leistung fliegen, sagte Joyce. Hierbei handele sich um eine Betriebsanweisung der Qantas und nicht um die des Herstellers, betonte er. Außerdem dürften die Piloten jederzeit die maximale Schubkraft einsetzen, wenn es während des Fluges erforderlich werden sollte.

Qantas werde auch nicht von seiner Bestellung weiterer A380-Maschinen abrücken; zwei frische Superjumbos sollen noch in diesem Jahr geliefert werden, zwei weitere im nächsten Jahr. Auch die neuen Maschinen werden von Trent 900-Triebwerken von Rolls Royce angetrieben.

Die australische Fluggesellschaft hatte ihre A380-Maschinen aus dem Verkehr gezogen, nachdem am 4. November kurz nach dem Start eines Qantas-Airbus in Singapur in einem der Rolls-Royce-Triebwerke Öl in Brand geraten war. Die Maschine musste umkehren, verletzt wurde bei der dramatischen Notlandung niemand.

Der Triebwerkhersteller Rolls-Royce hatte eingeräumt, dass ein Ölbrand die Ursache für den Schaden an dem notgelandeten Flugzeug gewesen sei. Nach dem Zwischenfall müssen nun weltweit dutzende Triebwerke ausgewechselt werden. Singapore Airlines ließ etwa drei seiner elf A380 vorübergehend am Boden. Die Lufthansa wechselte bei einer A380 als Vorsichtsmaßnahme das Triebwerk aus.

© sueddeutsche.de/dpa/AFP/olkl/kat
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