Ausschreitungen in Brasilien Randale frustrierter Fans

Die Nerven liegen blank in Belo Horizonte: Nach der 1:7-Niederlage gegen Deutschland streitet diese Brasilianerin mit der Polizei.

(Foto: AP)

Brennende Busse, zerschlagene Scheiben, Massenschlägereien: Nach dem WM-Debakel kommt es in mehreren brasilianischen Städten zu Ausschreitungen.

Einszusieben hat Brasilien am Dienstagabend gegen Deutschland verloren. Es war nicht nur eine historische Niederlage, es war ein nationales Debakel. Fassungslosigkeit, Entsetzen, Tränen - bei den Spielern auf dem Feld und bei den Fans auf den Straßen von Rio de Janeiro, São Paulo und Belo Horizonte.

"Wir bitten um Vergebung bei der Bevölkerung, bitte entschuldigt diesen Fehler. Ich bin verantwortlich für das, was die Mannschaft auf dem Feld geboten hat und trage auch die Verantwortung für das Ergebnis", sagte Brasiliens Trainer Luiz Felipe Scolari nach dem Spiel.

Gemessen an diesen, fast religiös anmutenden Worten, musste man das Schlimmste befürchten: Würde sich die Enttäuschung über die Niederlage in Wut entladen? Würde es gewaltsame Ausschreitungen geben?

Es gab tatsächlich Ausschreitungen, doch sie hielten sich in Grenzen. In mehreren Städten wie zum Beispiel in São Paulo oder in der im Südwesten des Landes gelegenen Metropole Curitiba gab es Randale und Schlägereien, bei denen mehrere Menschen festgenommen wurden.

Randale gegen öffentliche Verkehrsmittel

WM-Public-Viewing

Schland im Regencape

In São Paulo steckten Randalierer mehrere Busse in der Garage eines Transport-Unternehmens in Brand. Nach ersten Berichten standen 15 Fahrzeuge in Flammen. Außerdem wurde den Angaben zufolge ein Elektronikgeschäft gestürmt und geplündert.

In Curitiba richtete sich die Wut über die historische Pleite gegen den öffentlichen Nahverkehr. Kurz nach Schlusspfiff wurden in mehreren Bussen Scheiben zerschlagen. Der tobende Mob versuchte, drei Fahrzeuge in Brand zu setzen.

Schlägereien auf Fan-Festen

Auch im Halbfinalort Belo Horizonte lautet die erste Bilanz: acht Festgenommen, zwölf Verletzte. Im Kneipenviertel Savassi war die Polizei bei mehreren gewalttätigen Auseinandersetzungen im Einsatz. Im Mineirão-Stadion, wo das dramatische Spiel stattfand, waren die Security-Leute meist schnell zur Stelle, um angesichts der erhitzten Gemüter Schlimmeres zu verhindern.

Auf den Fifa-Fan-Festen schlug die Partystimmung ebenfalls in Gewalt um. An der Copacabana löste eine Massenschlägerei kurzzeitig Panik aus. In Recife mussten berittene Polizisten Kämpfe unter den Fans stoppen. In Salvador beendete eine Schlägerei die Musikshow nach dem Spiel.