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Nach Mord an Hells Angel:Weiter Spurensuche im Rockermilieu

In der vergangenen Woche ist im Münsterland ein Mitglied der berühmt-berüchtigten Rocker-Gang "Hells Angels" erschossen worden. Die Polizei sucht die Täter im Rockermilieu - möglicherweise bei einer verfeindeten Gruppe.

Rund eine Woche nach den tödlichen Schüssen auf ein Mitglied der Rocker-Gruppe "Hells Angels" in Ibbenbüren sucht die Polizei fieberhaft nach neuen Spuren. "Wir ermitteln weiter in alle Richtungen", sagte ein Sprecher der Polizei Münster am Dienstag.

Ein Hells Angel vor dem Motorradladen des erschossenen 47-Jährigen.

(Foto: Foto: dpa)

Einen Zusammenhang zwischen der Bluttat in der münsterländischen Stadt und einer kurz zuvor bei Mitgliedern der verfeindeten Motorradgruppe "Bandidos" durchgeführten Razzia wollte die Staatsanwaltschaft Münster weiter nicht bestätigen.

Der erschossene 47 Jahre alte Mann werde am heutigen Mittwoch um 14.30 Uhr in seinem Wohnort beerdigt, teilte die Stadt Ibbenbüren mit. Zu der Trauerfeier werden Motorradfahrer aus dem In- und Ausland erwartet.

Mit einem Großeinsatz hatte die Polizei des Landkreises Steinfurt am Sonntagabend nach eigenen Angaben eine Auseinandersetzung zwischen den beiden rivalisierenden Motorradclubs im münsterländischen Greven verhindert. Die Polizisten nahmen in einem Clubheim 29 "Bandidos"- Mitglieder für einige Stunden in Gewahrsam.

"Dies war eine reine Schutzmaßnahme", betonte ein Polizeisprecher. Bei einer Durchsuchung des Gebäudes fanden die Polizisten Munition, Äxte, Messer und Schlagwerkzeuge. Diese waren bei zwei Razzien im selben Gebäude in der vergangenen Woche nicht entdeckt worden. "Offensichtlich wurde hier aufgerüstet", sagte der Polizeisprecher.

Die beiden rivalisierenden Rockergruppen sind seit Jahren in eine teils blutige Fehde verwickelt. In der vergangenen Woche war der Streit eskaliert. Auf der Internetseite der Motorradgruppe "Hells Angels" sind Dutzende Beileids-bekundungen zum Tode des 47 Jahre alten Mitglieds und Motorradladen-besitzers aus Ibbenbüren eingegangen. Einige Besucher der Webseite forderten Racheakte.

Die Polizei sucht nach einem Mann mit kurzen blonden Haaren, der von Zeugen zum Tatzeitpunkt in unmittelbarer Nähe des Geschäfts gesehen wurde. Weiter in Haft sitzen die zwei während Razzien in der vergangenen Woche festgenommenen "Bandidos"-Mitglieder aus dem Münsterland.

Ihnen werden Delikte aus dem Bereich der organisierten Kriminalität vorgeworfen. Zum Zeitpunkt der Todesschüsse auf das Ibbenbürener "Hells Angels"-Mitglied waren die beiden 42 und 44 Jahre alten Männer in den Händen der Polizei.