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Nach Massaker im "Pulse":FBI veröffentlicht Protokoll der Telefonate mit Orlando-Attentäter Mateen

Omar Mateen

Omar Mateen auf einem undatierten Foto.

(Foto: AP)
  • Das FBI veröffentlicht Mitschriften der Telefon-Verhandlungen mit dem Orlando-Attentäter.
  • Der 29-Jährige gab demnach an, dass in seinem geparkten Wagen Sprengstoff sei und er selbst einen Sprenstoffgürtel trage.
  • Die Mitschriften enthielten zunächst Lücken, unter anderem die Nennung des "Islamischen Staates". Nach Kritik wird dieser nun doch genannt.
  • Im US-Senat scheitert eine Verschärfung des Waffenrechts an der republikanischen Mehrheit.

Die US-Bundespolizei FBI hat Mitschriften von drei Telefonaten veröffentlicht, die Omar Mateen während der dreistündigen Geiselnahme im Nachtklub "Pulse" in Orlando mit der Notrufzentrale führte. Der 29-Jährige wählte die Notrufnummer 911 drei Mal von seinem Handy aus und sprach größtenteils auf arabisch.

"Ich bin in Orlando und ich habe geschossen", sagte Mateen nach Angaben des FBI. Als ein Notrufmitarbeiter ihn fragte, was er getan habe, antwortete Mateen: "Nein, ihr wisst schon, was ich getan habe", heißt es in der Mitschrift.

Forderung an die USA

Mateen bezeichnete sich als "islamischen Soldaten" und forderte einen Angriffsstopp der USA auf Irak und Syrien.

Er behauptete, einen mit Bomben ausgestatteten Wagen geparkt zu haben, was sich später als unwahr herausstellte. Auch seine Behauptung, eine explosive Weste zu tragen wie jene, die "in Frankreich verwendet" worden seien, wurde später widerlegt.

Das FBI redigierte zunächst die Protokolle. So löschte die Behörde unter anderem Namen, darunter den des Attentäters und der Terrorgruppe, zu der er sich bekennt. Der Täter sei nicht von einer ausländischen Organisation gelenkt worden, sondern habe sich in den USA radikalisiert, teilte das FBI mit.

Das FBI begründete die Auslassungen mit dem Wunsch, die Überlebenden und Angehörige von Opfern nicht traumatisieren zu wollen. Zudem wolle man nicht "gewalttätige Rhetorik weiter verbreiten".

Republikaner kritisierten diese Entscheidung. Der Mehrheitssprecher im Repräsentantenhaus, Paul Ryan, nannte die Schwärzung "grotesk", andere sprachen von Zensur. Die Konservativen werfen Obama vor, den islamistischen Kontext des Anschlags zu verharmlosen. Nach der Kritik fügte das FBI den "Islamischen Staat" und dessen Anführer Abu Bakr al-Baghdadi wieder in das Terror-Bekenntnis ein.

Mateen hatte am vorvergangenen Wochenende in dem Homosexuellen-Treffpunkt in Orlando 49 Menschen erschossen, bevor er selbst von der Polizei getötet wurde. Während des Massakers erstellte Mateen auch auf Facebook Einträge.

Im US-Senat scheiterte am Montag unterdessen auch eine Verschärfung des Waffenrechts. Die republikanische Mehrheit lehnte mit 56 zu 44 Stimmen eine Vorlage der Demokraten ab, welche die Prüfung einer kriminellen oder psychisch auffälligen Vorgeschichte von Waffenkäufern verbindlich vorschreiben wollte. Die Initiatoren wollten damit erreichen, dass potenziellen Gewalttätern der Zugang zu Waffen erschwert wird.

© SZ.de/AP/kat/fie/joku
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