Nach Leichenfund in Südfrankreich:Spur führt nach Deutschland

Im Fall zweier im November im französischen Perpignan gefundener Leichen gibt es offenbar eine Verbindung nach Deutschland. Möglicherweise führt sogar eine Spur zu den mysteriösen "Döner-Morden", bei denen zwischen 2000 und 2006 neun Menschen getötet wurden.

Rund zwei Monate nach dem Fund zweier Männerleichen in Südfrankreich untersucht die französischen Polizei eine mögliche Verbindung nach Deutschland. Alle Kleidungsstücke, die die Opfer trugen, seien in Deutschland gekauft worden, teilte eine Polizeisprecherin in Montpellier mit.

Die französischen Ermittler gehen aufgrund ihrer Erkenntnisse davon aus, dass die beiden Männer, bei denen es sich laut einer DNS-Analyse um Vater und Sohn handelt, wahrscheinlich in Deutschland gelebt hatten. Außer der Bekleidung der Toten seien auch die Hand- und Leintücher sowie der Teppich, in den die Leichen eingewickelt gewesen seien, dort gekauft worden.

Der Vater war den Angaben zufolge etwa 50 bis 60 Jahre alt, sein Sohn etwa 35 bis 40 Jahre. Beide waren rothaarig und kräftig gebaut. Ihre Leichen waren Ende November in der Nähe von Perpignan entdeckt worden. Das Bundeskriminalamt in Wiesbaden arbeite bei dem Fall mit den französischen Ermittlern zusammen, teilte die Polizei in Montpellier dazu weiter mit.

Die Männer seien mit einer Pistole des gleichen Kalibers erschossen worden wie die Opfer der sogenannten Döner-Morde. Bei der Mordserie, die bis heute nicht aufgeklärt ist, waren zwischen 2000 und 2006 in Deutschland acht Türken und ein Grieche getötet worden. Die meisten Opfer waren Kleingewerbetreibende und wurden tagsüber in ihren Geschäften mit Kopfschüssen regelrecht hingerichtet, ohne dass der oder die Täter je von einem Zeugen gesehen wurden. Alle Morde wurden mit derselben Waffe, einer tschechischen Pistole des Kalibers 7,65 Millimeter vom Typ Ceska, verübt.

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