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Nach Hurrikan "Sandy":USA kehren langsam zur Normalität zurück

"Wir werden Geduld brauchen": In den USA beginnen nach dem Wirbelsturm "Sandy" die Aufräumarbeiten. Erste U-Bahnen und Busse fahren, auch die Flughäfen in New York sind wieder geöffnet. Aber noch immer warten Tausende auf Hilfe und in New Jersey sorgt ein geborstener Treibstofftank für zusätzliche Probleme.

Bus in New York

Gedrängel an der Bushaltestelle: Nach Hurrikan "Sandy" fahren die ersten Busse und U-Bahnen in New York wieder.

(Foto: Bloomberg)

Aufräumen an der US-Ostküste: Nach der verheerenden Zerstörung durch Hurrikan "Sandy" suchen die Menschen in den betroffenen Gebieten den Weg zurück zur Normalität. Die Wall Street nahm mithilfe von Notstromaggregaten den Handel wieder auf. Die drei wichtigsten Flughäfen sollen am Donnerstag wieder in Betrieb gehen, nachdem am größten von ihnen, dem John F. Kennedy Airport, bereits am Mittwoch wieder eingeschränkt Flugzeuge starteten und landeten.

Die Busse im Großraum New York fahren wieder, auch die ersten U-Bahnen sollen ihren Betrieb wieder aufnehmen. Die öffentlichen Verkehrsmittel in New York sollen am Donnerstag und Freitag umsonst zur Verfügung stehen. Damit solle der Straßenverkehr entlastet werden, sagte der Gouverneur des Staates New York, Andrew Cuomo, am Mittwochabend (Ortszeit). Drei von sieben überfluteten U-Bahn-Tunneln seien mittlerweile frei gepumpt worden. Zugleich schwor Cuomo die Menschen auf langwierigere Reparaturarbeiten ein. "Wir werden etwas Geduld und Toleranz brauchen", sagte er.

Drohende Umweltkatastrophe in New Jersey

Allerdings zeigen sich viele Schäden erst jetzt in ihrem Ausmaß. Es wird mit Kosten im zweistelligen Milliardenbereich gerechnet. Überflutete U-Bahn-Tunnel in New York, massive Schäden an den Stromnetzen und zuletzt dem Sender CNN zufolge eine mögliche Umweltkatastrophe mit mehr als 1,1 Millionen Liter Diesel, die in New Jersey ausgelaufen sein sollen. Demnach soll in einer Raffinierie in der n der Ortschaft Sewaren südlich von New York an der Atlantikküste ein Treibstofftank geborsten sein. Ein Großteil des Diesels sei in von einem Auffangsystem absorbiert worden, sagte ein Sprecher der Raffinerie.

Es wird wohl noch mehrere Tage dauern, bis der Alltag in der gesamten Region wieder in seinen gewohnten Bahnen verläuft. Etwa sechs Millionen Menschen müssen weiterhin ohne Strom auskommen, die meisten von ihnen in New York und in New Jersey, dem am stärksten betroffenen US-Staat. Vor allem dort durchkämmten Suchmannschaften besonders schwer betroffene Gebiete nach Überlebenden. Jenseits des Hudson River warteten noch Tausende auf Hilfe.

In New York musste ein weiteres Krankenhaus wegen eines ausgefallenen Notstromgenerators evakuiert werden. Etwa 500 Patienten mussten in anderen Kliniken untergebracht werden. Die Schulen sollen noch bis Ende der Woche geschlossen bleiben. Die Zahl der Todesopfer durch "Sandy" stieg laut Behördenangaben vom Mittwochabend (Ortszeit) auf mindestens 72.

Präsident Barack Obama, der für New York und Long Island den Notstand ausgerufen hatte, besuchte am Mittwoch New Jersey. Mit einem Termin mit dem republikanischen Gouverneur Chris Christie konnte sich der Amtsinhaber als überparteilicher Krisenmanager präsentieren. New Jersey könne mit langfristiger Hilfe durch die Bundesregierung rechnen, versprach Obama vor Ort. Das Sturmtief zog inzwischen in Richtung Kanada weiter.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat US-Präsident Barack Obama wegen der vom Wirbelsturm "Sandy" ausgelösten Katastrophe ihr Beileid bekundet. "Mit Erschütterung habe ich die Nachrichten von dem schweren Sturm in großen Teilen Ihres Landes verfolgt, der zahlreiche Menschenleben gekostet hat und große Zerstörungen auslöste", schrieb Merkel in einem von der Bundesregierung veröffentlichten Kondolenzschreiben an Obama.

© Süddeutsche.de/dapd/dpa/Reuters/sebi/jhal
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