Nach Beruhigung der Lage Gouverneur zieht Nationalgarde aus Ferguson ab

Weil sich die Lage in der US-Kleinstadt Ferguson beruhigt hat, wird die Nationalgarde wieder abgezogen.

(Foto: Bloomberg)

Ferguson kommt allmählich zur Ruhe: Nach den gewalttätigen Unruhen in der US-Kleinstadt, die auf den Tod des schwarzen Jugendlichen Michael Brown folgten, wird die Nationalgarde nun wieder abgezogen. Unterdessen beginnt die juristische Aufarbeitung des Falls.

  • Missouris Gouverneur ordnet den Rückzug der US-Nationalgarde aus Ferguson an, nachdem sich die Lage in der Kleinstadt wieder beruhigt hat.
  • Nach Tagen gewalttätiger Unruhen steht nun die juristische Aufarbeitung der tödlichen Schüsse eines Polizisten auf den unbewaffneten schwarzen Jugendlichen Michael Brown im Vordergrund.
  • Eine Grand Jury hat bereits ihre Arbeit aufgenommen.

Nationalgarde zieht sich zurück

Nach den mehrtägigen Unruhen in Ferguson zieht sich die US-Nationalgarde wegen der inzwischen ruhigeren Lage wieder aus der Kleinstadt zurück. Der Gouverneur des Bundesstaats Missouri, Jay Nixon, ordnete am Donnerstag den "systematischen Abzug" der Soldaten an, da deren Aufgaben fortan von der Polizei übernommen werden könnten.

Die Nationalgarde habe lediglich den Schutz eines Polizei-Kommandozentrums gewährleistet, damit sich die Polizisten dem Umgang mit den Demonstranten und Krawallen in Ferguson widmen konnten, hieß es zur Begründung.

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Justizminister Holder verspricht unabhängige Untersuchung

Nach Tagen gewalttätiger Unruhen steht inzwischen die juristische Aufarbeitung der tödlichen Polizisten-Schüsse auf den schwarzen Jugendlichen Michael Brown im Vordergrund. US-Justizminister Eric Holder traf am Mittwoch die Familie des getöteten 18-Jährigen und versprach eine "faire und unabhängige Untersuchung". Die Demonstrationen in Ferguson verliefen unterdessen weitgehend friedlich.

Bei einem Treffen mit Studenten und Einwohnern des Vorortes von St. Louis sagte Holder, er habe die "erfahrensten Ermittler und Staatsanwälte" damit beauftragt, Browns Tod zu untersuchen. "Unsere Untersuchung ist anders", entgegnete Holder auf den Vorwurf vieler Bürger, dass die vornehmlich weißen Polizisten den Täter aus den eigenen Reihen in Schutz nehmen würden. Am Donnerstag bekräftigte der Minister nochmals, dass die Einwohner Fergusons "den Ermittlern und Richtern vertrauen können".

Grand Jury hat ihre Arbeit aufgenommen

Eine sogenannte Grand Jury hatte am Mittwoch hinter verschlossenen Türen ihre Arbeit aufgenommen. Die Geschworenen sollen prüfen, ob Anklage gegen den Todesschützen erhoben wird. Diese Entscheidung könnte sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft bis Mitte Oktober hinziehen.

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Er soll eine halbautomatische Waffe in die Menge gerichtet und gedroht haben, einen Demonstranten zu erschießen: Ein Polizist aus der US-Kleinstadt Ferguson ist jetzt wegen seines Verhaltens vom Dienst suspendiert worden. Angesichts der seit Tagen andauernden Proteste bemühen sich die Sicherheitskräfte, ihr negatives Bild in der Öffentlichkeit zu korrigieren.

Die Vorgeschichte: Michael Browns Tod und die Proteste

Der unbewaffnete Teenager Michael Brown war am 9. August in Ferguson von einem weißen Polizisten getötet worden. Danach wurde die Stadt immer wieder von schweren Ausschreitungen erschüttert, die von der Polizei gewaltsam niedergeschlagen wurden. Das Vorgehen der Einsatzkräfte wurde heftig kritisiert, auch US-Präsident Barack Obama mahnte die Polizei zur Zurückhaltung.