Mysteriöse "Prinz-Philip-Bewegung" "Spirituelle Verbindung zur Außenwelt"

Britische Behörden haben die sonderbare "Prinz-Philip-Bewegung" in den späten siebziger Jahren untersucht. Ihren Recherchen zufolge könnten sich die Dorfbewohner den Herzog von Edinburgh auserkoren haben, weil er Vanuatu 1974 besuchte. Sie verknüpften ihn dann mit einer uralten Legende der Insel, wonach ein hellhäutiger Sohn heimkehrt.

Hütten auf der Insel Tanna im Pazifik. Die Anhänger der Prinz-Philip-Bewegung leben in Yaohnanen, einem abgelegenen Dorf, in dem es weder Strom noch fließend Wasser gibt.

(Foto: AFP)

Dem Prinzen, der für seinen Humor berüchtigt ist, dürfte die nach ihm benannte Bewegung nicht unbekannt sein. Gerüchten zufolge soll sich der Prinz mit einem signierten Foto bei den Dorfbewohnern für ein Geschenk bedankt haben - eine offizielle Stellungnahme vom Buckingham Palace gibt es gleichwohl nicht.

Der Anthropologe Kirk Huffman aus Sydney lebte fast zwei Jahrzehnte in Vanuatu und erforschte Sitten und Gebräuche des Pazifikstaates. Für die britische Regierung untersuchte er die Prinzen-Verehrung. "Man muss das im historischen Kontext sehen und ernst nehmen", betont er. "Die Leute suchen eine verlorene spirituelle Verbindung" zur Außenwelt.

In anderen Dörfern auf Tanna huldigen die Einwohner John Frum, einem hellhäutigen Fremden, der in den dreißiger Jahren auf die Insel kam. Auch sie glauben an eine "Rückkehr" ihrer Gottheit und hoffen, dass Frum Radios und Autos mitbringt - wie die während des Zweiten Weltkriegs dort stationierten US-Soldaten.