"MV Akademik Shokalskiy" Hilfe für Polarschiff vorerst gescheitert

Die "MV Akademik Shokalskiy" sitzt seit dem 1. Weihnachtstag im Eis rund 2800 Kilometer südlich von Hobart fest.

Doch keine Rettung: Ein chinesischer Eisbrecher konnte das im Polareis eingeschlossene Forschungsschiff "Shokalskiy" nicht erreichen. Die 74 Menschen an Bord müssen nun auf unbestimmte Zeit in der Antarktis ausharren und berichten von ihrer Lage per Videobotschaften und via Twitter.

An Heiligabend ging nichts mehr. Da hatte sich das Polareis um das kleine Schiff geschlossen und die MV Akademik Shokalskiy in der Antarktis festgefroren. Seitdem warten die 50 Passagiere und 24 Crewmitglieder an Bord auf Hilfe - in einer selten befahrenen Gegend, die etwa 2800 Kilometer von der tasmanischen Hafenstadt Hobart entfernt liegt. Wann die Hilfe kommt, ist unklar. Der chinesische Eisbrecher "Schneedrache" musste seine Rettungsaktion abbrechen, teilte der Klimaforscher Chris Turney via Twitter mit.

Eine Sprecherin der australischen Behörde für Seesicherheit (Amsa) sagte nach Angaben des australischen Senders ABC, das Eis sei zu dick. Aus Sicherheitsgründen sei der Rettungsversuch nicht fortgesetzt worden. Der Eisbrecher sei zwar bis auf sechseinhalb nautische Meilen an die MV Akademik Shokalskiy herangekommen. Auch ein französischer Eisbrecher hat sich auf den Weg gemacht, doch ob er bis zu dem Schiff vordringen kann, ist laut Seesicherheits-Behörde eher unwahrscheinlich. Er sei etwa zwölf nautische Meilen (etwa 22 Kilometer) entfernt.

Ein dritter Eisbrecher befindet sich auf dem Weg. Mit der Ankunft des australischen Antarktis-Versorgungsschiffes "Aurora Australis" wird jedoch nicht vor Sonntag gerechnet. Sollte auch dieses Schiff nicht zur eingeschlossenen Shokalskiy vordringen können, müssten die Passagiere im schlimmsten Fall mit Helikoptern in Sicherheit gebracht werden, sagte der Kapitän der Aurora, Murray Doyle, der Zeitung Sydney Morning Herald.

Ob eine Rettung glückt, ist auch von den Wetterbedingungen in der Region abhängig. Ein Video vom 25. Dezember zeigt eindrucksvoll, wie ein heftiger Schneesturm über die Akademik Shokalskiy hinwegzieht.

Die Menschen an Bord scheinen das beste aus ihrer Situation zu machen und ihren Humor zu behalten. "Noch hier!" twittert der Klimaforscher Chris Turney unter @ProfChrisTurney. Er und seine Kollegen melden sich zudem mit kurzen Videonachrichten, in denen sie von ihrer Lage berichten oder die Eltern grüßen.

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