Muslime in Malaysia "Näheverbot" für Unverheiratete

Sie lieben sich - mit dem Herzen und mit dem Körper. Weil sie keinen Trauschein haben, sind in Malaysia 52 muslimische Paare verhaftet worden.

Wer als Moslem in Malaysia öffentlich Alkohol trinkt, kann dafür Stockhiebe bekommen, Jugendliche - muslimische und alle anderen - , die beim Rauchen erwischt werden, bekommen von der Justiz Ketterauchen als Strafe aufgebrummt. Nun müssen auch muslimische Liebespaare, die sich ohne Trauschein lieben, mit Bestrafung rechnen: Wegen sittenwidrigen Aufenthalts in einem Hotelzimmer droht 52 unverheirateten Paaren in Malaysia eine Haftstrafe.

Zu Neujahr sind in Malaysia 52 muslimische Pärchen in Hotels festgenommen worden. Jetzt droht ihnen Haft oder Bußgeld.

(Foto: Foto: APD)

Bei Razzien am Neujahrstag spürte die Polizei die jungen Muslime kurz vor Morgengrauen in Billighotels auf und nahm sie fest, wie die Regionalverwaltung des Staates Selangor mitteilte.

Den Betroffenen - meist Studenten und Fabrikarbeiter - wird demnach "engste Nähe" vorgeworfen, was nach islamischen Recht für unverheiratete Paare verboten ist.

Ein Regierungssprecher in Selangor erklärte, man habe sich bewusst zu dieser Razzia entschieden, da solche Vergehen in der Silvesternacht gang und gäbe seien und dringend gestoppt werden müssten. Bei einer Verurteilung drohen den Verhafteten nun bis zu zwei Jahre Gefängnis sowie eine Geldbuße.

Islamisches Scharia-Recht gilt in Malaysia für alle Muslime, die fast zwei Drittel der Bevölkerung ausmachen. Für die Minderheiten der Christen, Buddhisten und Hindus sind diese Gesetze nicht gültig.