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Tourismus:Leichen am Mount Everest entdeckt

Seit einem Monat bringen Sherpas tonnenweise Müll vom höchsten Berg der Erde ins Tal. Bei einer Aufräumaktion haben sie jetzt allerdings auch vier tote Bergsteiger gefunden.

Einen Monat lang haben zwölf Sherpas Müll ins Tal getragen. Elf Tonnen Sauerstoffflaschen, Dosen, Seile, Zelte und Verpackungen - Überbleibsel von den Touren ehrgeiziger Gipfelstürmer auf den Mount Everest. Der Müll wurde sorgsam entfernt: Die Sherpas hätten ihn noch im Basiscamp getrennt, erzählte der Leiter der Tourismusbehörde, Dandu Raj Ghimire. Recyclebares sei dann in die Hauptstadt Kathmandu gebracht worden.

Gerade in den vergangenen Monaten hatte es aufgrund der günstigen Wetterlage hunderte Bergsteiger auf den höchsten Berg der Welt gezogen. Für die vielen Expeditionen auf den 8848 Meter hohen Everest errichten Sherpas zu Beginn der Saison mehrere Camps auf unterschiedlichen Höhen. Die Regeln sehen vor, dass jeder Bergsteiger mindestens acht Kilo Müll beim Abstieg mitnimmt, um der Verschmutzung des anspruchsvollen Klettergebiets entgegenzuwirken. Eine Regel, die offensichtlich nicht besonders konsequent verfolgt wird.

Die Sherpas fanden aber nicht nur Müll. Bei der Aufräum-Aktion wurden auch vier Leichen entdeckt. Das hatte die nepalesische Tourismusbehörde am Freitag mitgeteilt. Die Leichen wurden demnach Forensikern in Nepals Hauptstadt Kathmandu übergeben und sind noch nicht identifiziert.

Den Traum, einmal oben auf dem "Dach der Welt" zu stehen, haben sich bislang rund 5000 Menschen erfüllt. Mehr als 300 Bergsteiger kamen bei dem Versuch ums Leben. Allein in der diesjährigen Hauptklettersaison, die vor wenigen Tagen zu Ende gegangen ist, starben elf Menschen. Wegen des Andrangs vieler Bergsteiger im kurzen Zeitfenster günstigen Wetters war es zu langen Wartezeiten am Gipfel gekommen.

© SZ.de/dpa/AP/mpu/ick
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