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Mosel:Die Figur des Bacchus ist an der Mosel schon etabliert

"Bei der Wahl zur Mosel-Weinkönigin treten in diesem Jahr nur drei Frauen an. Gesucht werden eine Königin und zwei Prinzessinnen - die bekommen also auf jeden Fall alle drei ein Amt", sagt Finke. Könnte er also allein aus Personalmangel auch bei der sehr viel prestigeträchtigeren Wahl der Gebietsweinkönigin eine Chance haben? "Ich werde aktiv werden", kündigt Finke an. Um dann hinzuzufügen: "Im Zweifel klagen. Artikel 3 Grundgesetz. Da findet sich was. Ich bin Jura-Student."

Komplett neu ist die Idee mit dem Bacchus in der Region nicht: "Es gibt an der Mosel immer eine Weinkönigin und zwei Prinzessinnen, oder eine Königin, eine Prinzessin und einen Bacchus." In Absprache mit dem Gemeinderat habe man die Position Kesten übernommen. So wird Sven Finke nun also als Weingott die Funktion der Weinkönigin übernehmen. Und eine Prinzessin gibt es auch.

Die Krone wird er allerdings nicht tragen, stattdessen ziert ein Lorbeerkranz sein Haupt. Das mache natürlich bei der Krönung am Freitag einige Anpassungen in der Zeremonie nötig: Normalerweise gebe die alte Königin die Krone an die neue weiter. Wie genau das nun bei ihm ablaufe, stehe aber noch nicht fest. Möglicherweise werde das spontan entschieden. "Das ist ja alles für das ganze Dorf neu", sagt Finke.

Neu ist auch sein Kostüm: Weinköniginnen aus anderen Orten treten meist im Dirndl oder Abendkleid auf. Finkes Gewand dagegen ist eine Art römischer Toga mit rotem Umhang. Das Kostüm hat ihm die Tante seines Lebensgefährten, die Schneidermeisterin ist, genäht. Es erinnert allerdings wenn überhaupt eher an einen siegreichen römischen Feldherrn denn an den römischen Weingott Bacchus: Der wurde nämlich in der Regel nackt dargestellt.

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