Moorbrand im Emsland Katastrophenfall aufgehoben

Ein Transporthubschrauber der Bundeswehr löscht auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91) in Meppen Glutnester des Moorbrandes.

(Foto: dpa)
  • Reinhard Winter, Landrat des Kreises Emsland, hat den Katastrophenfall für die Umgebung von Meppen aufgehoben.
  • Dort schwelt seit mehr als drei Wochen ein Moorbrand, den die Bundeswehr mit Raketentests ausgelöst hatte.
  • Zwei Dörfer sollten sich vorsorglich auf eine Evakuierung vorbereiten - dieses Szenario könne nun ausgeschlossen werden, sagte Winter. Gelöscht ist der Brand aber noch nicht.

Beim seit mehr als drei Wochen schwelenden Moorbrand auf einem Bundeswehrgelände bei Meppen hat der Landkreis Emsland den Katastrophenfall wieder aufgehoben. "Nach intensiver fachlicher Beratung mit den verantwortlichen Stellen der Bundeswehr und des niedersächsischen Innenministeriums habe ich mich entschieden, den Katastrophenfall aufzuheben", sagte Landrat Reinhard Winter. "Mit Blick auf das aktuelle Brandgeschehen und den Löscheinsatz auf dem Gelände der Bundeswehr können wir derzeit ein Evakuierungsszenario für unsere emsländischen Gemeinden ausschließen - und weitgehende Normalität kann wieder in das öffentliche Leben einziehen."

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Seit mehr als zwei Wochen brennt es auf dem Bundeswehr-Testgelände. Möglicherweise müssen nahegelegene Gemeinden evakuiert werden.

Winter hatte wegen des Moorbrandes und der Wetterprognosen am vergangenen Freitag den Katastrophenfall ausgerufen, auch, um mit überörtlicher Unterstützung planen und arbeiten zu können. Nun sei die Ausgangslage eine andere. "Die Bundeswehr hat wichtige Fortschritte bei der Brandbekämpfung gemacht, insbesondere auch mit Blick auf die Bereiche des WTD-Geländes, die an das Kreisgebiet grenzen - deshalb hat sich das Gefahrenpotenzial deutlich verringert", sagte der Landrat der Meppener Tagespost. Trotzdem sei der Moorbrand noch nicht gelöscht und daher für die örtlichen Kreisfeuerwehrbereitschaften weiter der so genannte Voralarm ausgelöst. Dieser Voralarm bedeutet, dass sich die Einsatzkräfte bei Bedarf kurzfristig in den Einsatz begeben können.

Eine Evakuierung der Dörfer Groß Stavern und Klein Stavern mit etwa 1000 Einwohnern konnte vergangene Woche nicht mehr ausgeschlossen werden. Einwohner sollten vorsorglich die wichtigsten Dokumente wie Ausweispapiere und benötigte Medikamente zusammenpacken. Das Feuer war Anfang September bei einem Raketentest der Bundeswehr ausgelöst worden und hat sich mittlerweile auf eine Fläche von etwa 800 Hektar ausgebreitet. Eigentlich hätte es kurz nach dem Test gelöscht werden sollen, jedoch fielen die Löschfahrzeuge aus. Bis ein Löschflugzeug einsatzbereit war, konnte sich der Brand weiter ausbreiten. Etwa 1000 Einsatzkräfte versuchen seitdem, das Feuer zu löschen.

Dabei werden sie auch von Sabotage behindert. "Es ist wieder ein Feuerwehrschlauch beschädigt worden", sagte Bundeswehr-Brandchef Andreas Sagurna. Es sei ein Schlauch direkt an der Kupplung eingeschlitzt worden. Über mögliche Täter wolle er nicht spekulieren. "Ich finde es nur unfair gegenüber den Helfern." Das Gelände soll nun engmaschiger bewacht werden.

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