Meppen im Emsland Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Moorbrandes

  • Durch einen Waffentest der Bundeswehr ist in einem Moorgebiet bei Meppen ein Flächenbrand entstanden, den Feuerwehrleute seit mittlerweile zwei Wochen zu löschen versuchen.
  • Kritik an der Bundeswehr kommt vom Naturschutzbund und von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil.
  • Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen unbekannt.

Der Flächenbrand in einem Moorgebiet im niedersächsischen Meppen wird ein Fall für die Staatsanwaltschaft Osnabrück. "Da kommen Branddelikte in Betracht, insbesondere die Brandstiftung und möglicherweise auch Umweltdelikte, wenn besonders geschützte Gebiete wie Naturschutzgebiete betroffen sind", sagte Sprecher Alexander Retemeyer. Seine Behörde werde Kontakt zur Bundeswehr aufnehmen, um sich einen Überblick über die Hintergründe des Feuers zu verschaffen. Da die Staatsanwaltschaft nicht gegen Firmen oder Institutionen ermitteln könne, richte sich das Verfahren zunächst gegen unbekannt.

Das Feuer in Meppen wurde vor mehr als zwei Wochen bei einem Waffentest ausgelöst und brennt immer noch. Mehrere Politiker haben der Bundeswehr Fahrlässigkeit vorgeworfen. Der Sommer war ungewöhnlich trocken, vielerorts war die Waldbrandgefahr hoch. Der Naturschutzbund Nabu findet laut NDR, die Bundeswehr hätte auf die Tests verzichten müssen. Auch SPD, Grüne und CDU in Niedersachsen kritisieren das Vorgehen. "Ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen, nach diesem trockenen Sommer ausgerechnet im Moor Schießübungen zu veranstalten", sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

Bei einem Test Anfang September hatten Soldaten eine Rakete von einem Hubschrauber aus abgefeuert. Das dabei ausgelöste Feuer konnte nicht gleich gelöscht werden, weil ein Löschfahrzeug ausfiel und ein weiteres gerade in der Werkstatt war. So konnte sich der Brand zunächst ausbreiten. Menschen kamen bislang nicht zu Schaden.

Derzeit sind etwa 1000 Einsatzkräfte vor Ort, um den Brand zu löschen. Der Einsatz gestaltet sich schwierig, weil Wasserquellen nur in größerer Entfernung zur Verfügung stehen und Löschwasser mit Spezialpumpen zu den Brandstellen transportiert werden muss. Zudem brennt es größtenteils unterirdisch, also im Moor selbst, sagte ein Sprecher. Um zu löschen, muss Wasser in den Boden gepumpt werden. Außerdem können die Einsatzkräfte das Gebiet nicht überall betreten, weil dort Munitionsreste vermutet werden, die explodieren könnten.

Die Bundeswehr weist Kritik an den Waffentests zurück. Es sei Hauptaufgabe, Waffensysteme zu testen, sagte Dieter Gröninger, Technischer Regierungsdirektor der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition 91 (WTD 91), der Neuen Osnabrücker Zeitung. Nach der üblichen Gefahrenanalyse habe die Bundeswehr "das Restrisiko für gering" gehalten. Auch vor dem Hintergrund, dass man Beschaffungsprojekte der Bundeswehr nicht verzögern wolle, habe man den Test durchgeführt. In einer Pressemitteilung heißt es: "Die WTD 91 bedauert außerordentlich, dass es zu dem durch Tests ausgelösten Brand auf ihrem Gelände gekommen ist und dass es weiterhin Einschränkungen für die Bevölkerung gibt."

Nach Angaben des Sprechers ist es nicht der erste mehrwöchige Brand auf dem Testgelände. 2010 habe ein Feuer rund sechs Wochen gebrannt, ehe es gelöscht werden konnte.

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